Das bittere 3,5 – 4,5 am letzten Spieltag gegen Husum hat uns wieder näher in die untere Tabellenhälfte gespült, als unsere es Ergebnisse vorher vermuten ließen. Der 6. Platz sollte uns keine falsche Sicherheit geben, dass wir nicht noch mindestens einen Kampf gewinnen müssen, um den Klassenerhalt zu sichern. Dieses Unterfangen planten wir gegen unsere alten Widersacher aus der Verbandsliga, den Möllner SV, zu besiegeln. Um 8:50 verließ ein Konvoy aus vier Autos und 14 Insassen die Lübecker Hansestadt auf den Weg nach Mölln. So ergab sich beim Eintreten in das Spiellokal ein recht eindrucksvoller Anblick.

Wir hatten mit Tom, Joa und Ruben und ein für unsere Mannschaft ungewohnt starkes Trio an der Spitze vorzuweisen und auch sonst spielten wir in Bestbesetzung. Aber auch die Möllner kamen ihrer gewohnten Stammtruppe, sodass die Mannschaften nur marginale Unterschiede bei der durchschnittlichen DWZ hatten. Um 10 Uhr startete der Kampf, allerdings zunächst nur mit 15 Spielern, da Luca Krohn wohl verschlafen hatte und abgehetzt eine halbe Stunde später eintraf.

 

Mein Gegner wählte das Londener System, weshalb ich mich wohl dazu hinreißen ließ, meine Züge etwas zu mechanisch auszuführen und mein Gegner mir im 11. Zug plötzlich mit g4 auf meinem Königsflügel entgegenstürmte. Meine Stellung war entsprechend früh sehr unzufriedenstellend und ich verbrauchte viel Zeit. Nach zwei Stunden wurden bereits am ersten Brett die Formulare gefaltet. Ich ging erst von einem schnellen Remis aus, aber Tom stellte entschlossen seinen König in das Zentrum und ließ damit keinen Zweifel am Ergebnis:

Nach einer weiteren Stunde machte sich an den Lübecker Brettern übergreifend ein Zeitproblem bemerkbar. Joa, Eryk, Ida und ich gingen alle recht zügig unter die 20 Minuten-Marke ohne 20 Züge gespielt zu haben bei durchaus recht scharfen Stellungen. So erwischte es als Ersten leider Eryk, dessen Partie nach einem Plättchenfall verloren ging. Unterdessen hatte mich mein Gegner in der Eröffnung komplett überspielt und seinen Angriff ins Rollen gebracht. Mir gelang es zwar die Damen zu tauschen und den Angriff abzuwehren, aber das kostete mich einen Bauern und das gegnerische Läuferpaar blieb zudem sehr unangenehm. Unterdessen sorgten Rouven und Ruben zwischenzeitlich wieder für gute Stimmung, da beide ihre Partien sehr überzeugend gewinnen konnten und uns 3-1 in Führung brachten.

 

Bei einer Analyse der anderen Bretter ging ich davon aus, ein 4-4 fast sicher zu haben, da meine Stellung zwar praktisch verloren war, Ida, Hanna und Joa jedoch ausgeglichen bis leicht besser standen. Bei Ida führte die ständige Zeitnot dazu, dass das für sie etwas angenehmere Turmendspiel langsam in Richtung des Gegners kippte, aber es sah noch haltbar aus. Daher war ich zunächst etwas verwundert, dass Wolfgang Hannos Gegner ein Remisangebot empfahl, welches Hanno nach einiger Überlegung schließlich annahm. Ich versuchte meinen Gegner noch mit einigen billigen Tricks zu beschäftigen, doch nach 4,5 Stunden musste ich die Hand zur Aufgabe über das Brett strecken. Ich verließ den Spielsaal in der Annahme, dass ein halber Punkt schon noch kommen würde. Nach einer halben Stunde kam Wolfgang jedoch gut gelaunt in den Analyseraum und übergab mir die Ergebniskarte zum Unterschreiben. Erschüttert musste ich feststellen, dass sowohl Ida als auch Joa ihre Partien verloren hatten, wodurch wir erneut 3,5 -4,5 unterlagen. Dementsprechend gedrückt war die Stimmung im von Lübeck annektierten Gruppenraum. Joa meinte bedrückt, dass er durch Zugwiederholung mehrfach hätte remis machen können, aber der eiserne Siegeswille ließ ihn weiterspielen.

Nach einem Geburtstagsständchen für Ida und dem Verzehr vom Streuselkuchen mit Kutzscher Geheimrezeptur, waren unsere Sorgen kurz vergessen, bevor wir etwas geknickt die Heimreise antrateb. Etwas unerwartet sind wir nach wie vor auf dem 6. Platz vorzufinden, allerdings haben unsere Verfolger Kiel III durch einen Sieg, sowie Lübeck IV und Husum durch ein 4-4 stark auf uns aufgeholt. Somit ist keine Mannschaft aus der unteren Tabellenhälfte vor dem Abstieg sicher. Gegen Leck muss ein Sieg her, ansonsten droht uns ein böses Erwachen beziehungsweise müssen wir auf Unterstützung der anderen Mannschaften hoffen. In zwei Wochen gibt es Klarheit.

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