… war das Thema der Trainingseinheit am 18.März. Damit war allerdings nicht der Song der britischen Punkband „The Clash“ gemeint, sondern das in den letzten Jahren immer populärer werdende Londoner System.

Zunächst wurden die Inhalte des letzten Trainings abgefragt, die Ergebnisse kann man sich hier anschauen:

Das interaktive Quiz werden wir beim nächsten Mal wiederholen, insofern lohnt sich das eingehende Studium dieses Beitrags, wenn man am 8.April dabei sein möchte 🙂

Danach ging es dann nach vorheriger Absprache mit den Teilnehmern um Eröffnungsvarianten. Das Thema lautete „Was spiele ich mit Schwarz gegen System-Spieler?“, also solche Spieler, die immer das Londoner System spielen. Danach haben wir wie immer sechs Aufgaben gelöst – die Großmeister-Partie musste dieses Mal aufgrund der fortgeschrittenen Zeit entfallen.

Einleitung

Viele Vereinsspieler haben sich mit Weiß ein überschaubares, aber verlässliches Repertoire zurechtgelegt, dem ein bestimmtes System zugrunde liegt. Die Idee ist, dass man mit Weiß dieselben ersten 8-10 Züge ausführt, praktisch unabhängig von den schwarzen Zügen. Dadurch spart man Bedenkzeit und erreicht immer ähnliche Strukturen, in denen man im Laufe der Jahre viele Erfahrungen sammelt. Objektiv betrachtet ist es natürlich keine gute Idee, immer denselben Aufbau zu spielen, weil das dem Gegner die Vorbereitung auf die Partie doch sehr erleichtert. Andererseits braucht sich der Weiß-Spieler irgendwann gar nicht mehr vorzubereiten, weil er alle schwarzen Systeme gegen seinen Lieblings-Aufbau schon oft genug gesehen hat. Es soll Spieler geben, die aus ähnlichen Erwägungen heraus immer die Französische Verteidigung gegen 1.e4 spielen 🙂

Londoner System

Die Grundidee des Londoner Systems besteht darin, eine solide und leicht zu spielende Stellung aufzubauen, ohne viele Varianten auswendig lernen zu müssen. Typischerweise entwickelt Weiß früh den Läufer nach f4, unterstützt das Zentrum mit d4 und e3 und stellt die Figuren harmonisch auf (z. B. Springer nach f3 und d2). Der Bauernzug h3 ist notwendig, um den Läufer bei Bedarf nach h2 zurückziehen zu können (zum Beispiel, wenn Schwarz …Sh5 spielt). Das Londoner System hatte früher einen schlechten Ruf, es galt als extrem langweilig und wenig chancenreich. In letzter Zeit haben allerdings viele Großmeister ihre Partien mit d4 und Lf4 eröffnet, um den Theorieschlachten in den Hauptvarianten nach d4 und c4 auszuweichen. Es gibt inzwischen so viele Bücher und Videos zu diesem Thema, so dass man allmählich fast sagen kann, dass das Londoner System selbst zu einer Hauptvariante geworden ist.

Im Londoner System versucht Weiß:

  • eine stabile Bauernstruktur im Zentrum aufzubauen
  • den Läufer aktiv auf f4 zu platzieren
  • die Figuren schnell und sicher zu entwickeln
  • später im Mittelspiel Druck auf das Zentrum oder den Königsflügel auszuüben

Modellpartien

Im folgenden einige Partien, in denen die weiße Strategie voll und ganz aufgeht.

Empfehlungen

Hier einige Empfehlungen, wie man gegen das Londoner System spielen kann.

Aufgaben

Das Anklicken des Diagramms öffnet die jeweilige Stellung im Analysemodus auf Lichess.

Aufgabe 1

Ist 1.Df3 ein guter Zug?

Aufgabe 2

Ist 1.Te8 ein guter Zug?

Aufgabe 3

Ist 1.Dg6 ein guter Zug?

Aufgabe 4

Ist 1.Dxf6 ein guter Zug?

Aufgabe 5

Ist 1….Dxb2 ein guter Zug?

Aufgabe 6

Was ist der stärkste Zug für Weiß?

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Ein Gedanke zu „London Calling…“

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