Zum zweiten Mal in dieser Saison durften wir unser Zirkuszelt in der Spielstädte des SK Doppelbauer Kiel aufspannen. Nach einem überraschenden 7-1 Sieg gegen die vierte Mannschaft von Kiel vor einigen Monaten, ging es nun gegen die dritte Mannschaft. Auch wenn es bei unseren Gegnern bisher nicht sonderlich lief, war die Meldeliste doch recht beeindruckend bestückt. Gerade da die Gegner nach einer 0,5-7,5 gegen unsere zweite Mannschaft abstiegsgefährdet war, war dieses Mal mit einer starken Aufstellung zu rechnen. Daher beriefen wir am Samstag eine Strategiesitzung im Verein ein, um uns intensiv mit unseren potenziellen Gegnern zu befassen und uns mit Pizza zu stärken.


Dank der Fahrer Felix und Eryk kamen wir pünktlich an der Kieler Schule an und konnten einen ersten Blick auf ihre Aufstellung erhaschen. Entsprechend unserer Erwartungen hatten sie mit einem 2.000 DWZ-Schnitt eine starke Truppe vorzuweisen, was etwa 150 Punkte über unserem Schnitt lag. Doch daran hatten wir uns mittlerweile gewöhnt.

Die ersten Stunden der Begegnung verliefen recht unspektakulär. Tom hatte seinen Katalanen auf dem Brett, was mich direkt positiv stimmte, auch wenn die Stellung aus meiner Sicht etwas angenehmer für schwarz aussah. Alexandra und ihr Gegner tauschten viel Material ab ohne dass dies zum Vorteil einer der beiden Parteien gewesen wäre. Bei Joseph hatte sich der Gegner einen unangenehmen Freibauern freigespielt, der Rest sah ausgeglichen aus. Danach bekam ich nicht mehr so viel von den anderen Partien mit, da ich meinen 30 Minuten Zeitvorteil während eines einzigen Zuges verschenkte ohne eine zufriedenstellende Lösung gefunden zu haben und weitere Zeit in die Stellung investieren musste. Ich bemerkte nur, dass sich Josephs Stellung zunehmend eintrübte und bei Benjamin nach einer zuvor schönen Kombination nun eine Qualität stiften ging. Eryks Stellung war auch langsam am Kippen, somit blieb das von mir geplante Remisangebot zunächst unausgesprochen. Einige Zeit später musste der Ho die Segel streichen und kurz darauf wurden auch bei Rouven und Eryk die Formulare gefaltet, wodurch wir direkt einem 0-3 Rückstand entgegenblickten. Mein Gegner und ich waren nun beide in Zeitnot und hatten noch 20 Züge vor uns. Nach einigen ambitionslosen Manövern beschloss ich schließlich die Pistole aufs Brett zu legen und die Stellung aufzureißen. Mein Gegner fand in der kurzen Zeit nicht die richtigen Züge, ich ermogelte mir ein Matt und konnte auf 1-3 verkürzen. Damit konnte ich mir unerwartet den sechsten Platz bei den Top-Scorern in der Landesliga erschleichen.

Wenig später war auch Tom fertig, der seinen Gegner nach der Eröffnung positionell sehr sauber überspielte und den zweiten Sieg einstrich.

Hoffnung auf Mannschaftspunkte hatten wir jedoch keine, da Idas Stellung zwar gut aussah, aber Alexandras Läuferendspiel totremis und Benjamins Stellung als komplett verloren eingeschätzt wurde. Wenig später bestätigte Alexandra die Einschätzung mit einer Punkteteilung. Nach 4,5 Stunden konnte Ida etwas überraschend gewinnen, nachdem ihr Gegner unachtsam einen Klotz stehen gelassen hatte.

Als sowohl Alexandra und Eryk vom Scouting an Benjamins Brett reserviert kopfschüttelnd in den Analyseraum betraten, mussten wir uns damit abfinden, dass wir genau wie die anderen Lübecker Landesliga Mannschaften 3,5-4,5 verlieren würden. Es verstrich eine weitere halbe Stunde und langsam wunderten wir uns, wo Benjamin geblieben war. Eryk schaute kurz nach, war kurz fröhlich, weil er dachte, eine Remisvariante gesehen zu haben, aber Rouven und seine Engine attestieren „ist komplett verloren“. Es verging eine weitere halbe Stunde bis Ida in den Raum kam und berichtete, dass der Gegner seine Qualität zurückgegeben habe und beide sich jetzt eine Dame holen würden. Doch Rouvens Aktualisierung hatte ein unverändertes Fazit. Mit nur noch einer Minute auf der Uhr machte der Gegner jedoch einen ungenauen Zug und Benjamin ergriff seine Chance auf das Dauerschach, was er am Ende auch bekam und die Mannschaft ins 4-4 rettete. Das Ergebnis fühlte sich wie ein Sieg für uns an und war fast so unerwartet wie der Sieg gegen LSV IV. In der Tabelle sind wir nach wie vor auf dem 6. Platz, haben aber recht komfortable 3 Mannschaftspunkte auf die vier Mannschaften hinter uns, sodass unser Hauptziel Klassenerhalt mittlerweile sehr wahrscheinlich ist. Mit Husum, Leck und Mölln bleiben uns zudem noch drei Gegner, gegen wir uns noch gute Chancen ausrechnen können.

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