9 Jahre ist es her, dass diese Trophäe zuletzt an den Lübecker SV ging. Damals gab es ein Lübecker Finale, in welcher ich gegen ein aufstrebendes Jugendtalent mit 1300 namens Joa Max Bornholdt den entscheidenden Punkt abgab. Seitdem brach ein Zeitalter von TuRa Harksheide an, die sieben Mal in Folge siegreich waren. Aus Lübecker Sicht schien dieses Turnier teilweise etwas verflucht zu sein. Insbesondere Schwartau machte uns regelmäßig einen Strich durch die Rechnung und warf unser Spitzenteam aus dem Turnier. Aber es gab auch witzige Momente, wie 20/21 im Finale das Team bestehend aus Joa, Justus, Frieder und mir (DWZ Schnitt 1700) auf die Mannschaft von TuRa mit Daniel Kopylov, Arthus Hovannisyan, Taron Khachatryan und Inken Köhler (DWZ Schnitt 2150) trafen und wir von Taron mit den Worten „Was seid ihr denn für eine Spaßmannschaft?“ begrüßt wurden.

Letztes Jahr beging ich den Fehler, vier Mannschaften zu melden. So schafften wir es zwar ins Finale, aber dort konnten die meisten der Stammspieler terminlich nicht und ich durfte keine Spieler einsetzen, die bereits in einer anderen Mannschaft gespielt hatten. So ging der Kampf gegen Schwartau knapp verloren. Doch dieses Jahr sollte die Durststrecke endlich ein Ende finden. Dieses Mal nahmen in der ersten Runde im November drei Lübecker Mannschaften teil:
LSV 1: Henning, Niilo, Samuel, Finn
LSV 2: Ruben, Benjamin, André, Adam
LSV 3: Hanno, Ida Klara, Paul, Jonas
LSV 1 hatte in der ersten Runde spielfrei, aber da eine andere Begegnung recht schnell vorbeiging, loste Alwin die beiden Teams direkt gegeneinander und ließ sie bereits das Viertelfinale spielen. Hier gewann unsere U12-Truppe deutlich mit 4-0 gegen Bad Oldesloe und qualifizierte sich für die nächste Runde.
LSV 2 hatte mit der ersten Mannschaft aus Raisdorf einen starken Gegner und der Kampf zog sich über Stunden. Insbesondere Adam spielte eine tolle Partie gegen einen nominell deutlich stärkeren Gegner, übersah am Ende einen letzten Trick, wodurch die Partie nur remis endete. Insgesamt ging der Kampf 2-2 aus, aber aufgrund der Berliner Wertung schied unsere Mannschaft etwas bitter aus.
LSV 3 bekam es mit dem Ahrensburger TSV zu tun. Hier wurde es ein recht eindeutiges 4-0, wobei gerade Hanno gegen Narek ein beeindruckendes Spiel zeigte. Die Mannschaft war also auch eine Runde weiter. Anschließend gab es noch ein paar ausgelassene Tandem-Runden, bis ich panisch aufbrechen musste, weil die Mietzeit meines Autos überschritten war…
Im Viertelfinale spielte LSV 3 in ähnlicher Aufstellung, aber dieses Mal mit Helene statt Jonas, also eine Geschwistermannschaft, gegen die erste Mannschaft aus Bad Oldesloe. Die Gegner leisten überraschend viel Widerstand und der 3-1 Sieg war von den Partien her nicht so deutlich, wie man im Voraus anhand der DWZ-Unterschiede vielleicht hätte vermuten können.
Die U12-Mannschaft hatte bereits das Halbfinale erreicht und musste gegen Neumünster spielen. Ein Jahr zuvor gab es hier eine deutliche 0-4 Niederlage und ein entsprechend einschneidendes Erlebnis für die Juniors. Dieses Mal zeigten sie schöne Partien gegen die nominell klaren Favoriten aus Neumünster. Es gelang Finn und Niilo sogar ihre 300 Punkte stärkeren Gegner zu besiegen und ein 2-2 zu erreichen. Leider fiel die Berliner Wertung wieder zu unseren Ungunsten aus, aber es war individuell trotzdem ein Achtungserfolg.
In dem anderen Halbfinale ging es für uns letzte Woche nach Wilstermarsch. Dieses Mal war die Aufstellung Hanno, Jonas, Ida Klara und Elia. Es war ein spannendes Duell auf Augenhöhe, welches dank schönen Siegen von Hanno, Ida und Elia für uns entschieden werden konnte. Somit ging es letzten Samstag nach Neumünster zum Finale. Ich bekam glücklicherweise die identische Mannschaft vom Halbfinale zusammen und war halbwegs optimistisch, dass wir den Fluch dieses Mal brechen können.
Die Mannschaft war auch motiviert und spielte in Höchstform. Ida gelang es mit einer etwas unorthodoxen Caro-Kann-Variante ihren Gegner bereits aus der Eröffnung heraus massiv unter Druck zu setzen und wenig später gewinnen. Damit hatte sie jede Runde im Pokal gewonnen. Jonas Gegner zeigte sich opferbereit und gab früh eine Figur für eine komplizierte Stellung, die Jonas zeitmäßig sehr in Bedrängnis brachte, er aber am Ende den Materialvorteil in einen Sieg ummünzen konnte. Elias Stellung sah nicht immer klar aus, aber er behielt den Überblick und erhöhte auf 3-0 und sicherte damit bereits den Gesamtsieg. Hanno kam sehr gut aus der Eröffnung gegen Diana heraus, ließ danach nicht mehr locker und holte nach zäher Verteidigung seiner Gegnerin auch am ersten Brett einen Sieg. So durften sie stolz den Mannschaftspokal in die Höhe strecken, bevor dieser ein Jahr lang unser Vereinsheim schmücken wird.

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