Bei der Trainingseinheit am 8.April waren trotz der Schulferien sechs Schachfreunde und -freundinnen anwesend. Zunächst wurden die Inhalte des letzten Trainings abgefragt, die Ergebnisse kann man sich hier anschauen:
Das interaktive Quiz werden wir beim nächsten Mal wiederholen, insofern lohnt sich das eingehende Studium dieses Beitrags, wenn man am 22.April dabei sein möchte 🙂
Danach ging es dann um Endspiele vom Typ „Figur gegen Bauer(n)“, also Springer, Läufer, Turm oder Dame ohne Bauern auf der einen und Bauer(n) ohne Figuren auf der anderen Seite. Insbesondere die Endspiele mit dem Turm oder mit der Dame gegen Bauer(n) kommen häufig vor und lassen sich gut klassifizieren. Abschließend haben wir wie immer sechs Aufgaben gelöst und uns zwei Großmeister-Partien angeschaut.
Übersicht
Einleitung
Im Endspiel kommt es häufig zu der Konstellation, dass die eine Seite keine Bauern und die andere Seite keine Figuren mehr besitzt. Falls es sich bei der Figur um eine Dame oder einen Turm handelt, ist die Frage in der Regel nur, ob sie gewinnen kann oder ob die Seite mit den Bauern Remis hält. Beim Kampf eines Läufers oder eines Springers gegen mehrere Bauern kann es aber auch passieren, dass die Bauern gewinnen.
Beim Kampf des Springers gegen mehrere Bauern kommt es sehr auf Genauigkeit an, der Springer muss häufig die einzig richtige Route wählen, wenn er einen Freibauern stoppen möchte.
Gegen drei verbundene Bauern hat der Springer im Normalfall wenig Chancen, gerade in einer praktischen Partie.
Der Randbauer ist der Feind des Springers, es ist aber auch der einzige Bauer, gegen den der Springer in bestimmten Konstellationen gewinnen kann.
Der Läufer kann sich nicht „zerreißen“, d.h. dass die sogenannten „Hosen“ (zwei voneinander entfernte Freibauern) gute Gewinnchancen bieten – je nach Stellung des Königs der Läuferpartei.
Selbst gegen drei verbundene und weit vorgerückte Freibauern hält der Läufer in der Regel das Remis.
Mit einem Läufer gegen einen Randbauern lässt sich zwar ein Mattbild konstruieren, aber das kann die Bauernpartei leicht vermeiden.
Die Dame gewinnt (fast) immer gegen einen Bauern auf der dritten Reihe.
Das „Zick-Zack-Verfahren“ mit der Dame gegen den Freibauern auf der vorletzten Reihe gewinnt nur in der Hälfte der Fälle, nämlich gegen die Zentral- und die Springerbauern.
Der Läufer- und der Randbauer halten Remis, wenn der König der stärkeren Partei nicht zu nahe am Bauern steht.
Das Endspiel Turm gegen einen Bauern lässt sich relativ gut systematisieren: Normalerweise reicht die „Abzählmethode“ aus, um zu entscheiden, ob der Turm gegen den Bauern gewinnt.
Das wichtigste Verteidigungsprinzip der Bauernpartei ist das „Wegschultern“, also der aktive Einsatz des Königs, um den gegnerischen König daran zu hindern, sich dem Bauern zu nähern.
Beim Kampf des Turms gegen zwei verbundene Freibauern ist es oft eine sehr gute Strategie, den weiter vorgerückten Freibauern von hinten anzugreifen.
Aufgaben
Das Anklicken des Diagramms öffnet die jeweilige Stellung im Analysemodus auf Lichess.