Aller schlechten Dinge sind drei …

Die Negativserie von LSV V hält leider an, erneut unterlagen wir knapp mit 3,5-4,5 gegen die hoch motivierten Eutiner.
Mir erschien es fast, meine Mannschaftskollegen haben irgendwie ein wenig resigniert, als Eutin mit André Becker an Brett 1 antrat.
Am Freitagabend am Tresen im LSV-Heim hieß es noch: Der Becker spielt bestimmt nicht. Woraus das abgeleitet wurde, war mir schleierhaft. In den ans Brett gebrachten Aufstellungen hatte Eutin einen soliden DWZ-Vorsprung von 20 Punkten, was natürlich in erster Linie auf der DWZ-Stärke des 1. Brettes beruhte. Somit war es verständlich, dass ein von mir an Volker Gülke signalisiertes 4-4 abgelehnt wurde. Hartmut Nehls meinte trocken: Seit dem Du die Mannschaftsfotos machst, verlieren wir unsere Kämpfe. Irgendwie hat er recht …


Halbkreis vor dem Kampf mit „Joker“ Andreas Teska als Ersatz für unseren MF Matthias Fenski.

Eigentlich lief das Geschehen auf den Brettern für uns gut an. Doch als an Brett 7 in einem London-System ein wahrscheinlich unkorrektes Läuferopfer auf h7 des Eutiners Olaf Töpper von Andreas nicht wirksam genug abgefedert wurde, wendete sich das Blatt. Unter Zeitdruck wurde ein mögliches Dauerschach versäumt, danach war diese Partie leider verloren.
Gerne zeige ich diese wichtige Partie, falls Andreas mir die Notation aushändigt.
Zuvor gab es am Brett 3 ein unspektakuläres Remis zwischen Joachim Berger und Hubert Wegemund in einem mit 1.e4 e5 2.Lc4 Sf6 3.d3 zustande gekommenen „ruhigem Spiel“ der Italienischen Partie.
Dann passierte lange nichts, wir hatten aber Vorteile an Brett 4 und 6, Brett 5 und 8 schienen mir in der Remisbreite. Lediglich Hartmut hatte in einer durch Zugumstellung entstandenen Bird-Eröffnung gegen André Becker (DWZ 2148) wohl wenig zu bestellen. Der schwarze Königsflügel erschien unzureichend verteidigt und Becker ging ziemlich souverän zu Werke.

Sympathischer Schachfreund mit Kappe, aber auf dem Brett eine Bestie …

Schließlich sorgte Heiko Rickert mit einem schönen Sieg in einem deutlich verschobenen sizilianischen Morra-Gambit gegen Jan Haserodt für den Anschlußtreffer. Bald danach ergab sich ein ausgekämpftes Remis zwischen Oliver Kaeding und Rolf Bohl an Brett 5 in einem Damengambit. Langsam zeichnete sich ab: Meine Partie gg. Volker Gülke würde über Unentschieden oder Niederlage entscheiden, denn an Brett 4 konnte Horst Mentlein gg. Markus Heiden in einer gut geführten Englischen Partie seinen deutlichen Vorteil (Läuferpaar und Mehrbauer) leider nicht verwerten. Schade, Horst spielt 3h hervorragend, um dann die „Früchte“ nicht zu ernten.
Da sich an Brett 8 zwischen Martin Vogel und Rüdiger Richter in einer Skandinavischen Partie mit 1. e4 d5 2.exd5 Dxd5 3.Sc3 Dd8 nach der Zeitkontrolle ebenfalls ein Remis anbahnte, mußte Brett 2 entscheiden.
Gegen Volkers „notorische“ Aljechin-Verteidigung war ich mit meinem Spezialaufbau 1.e4 Sf6 2.e5 Sd5 3.d4 d6 4.Lc4 bestens gerüstet, bis zum 10.Zug von Weiß alles Theorie in dieser ziemlich „klebrigen“ Variante. Die entstandene Position kannte ich recht gut, da in LEV ja gleich zwei Spitzenleute Aljechin spiel(t)en (Michael Esser und Frank Reinemer). Allerdings war der von mir angestrebte Damentausch „zu strategisch“, die schwarzfeldrigen Schwächen d6 und f6 konnte ich zwar mit meinem Springer „bereisen“, mehr aber nicht.

Der „Oberstratege“ kam gegen den zähen Verteidiger problematischer Stellungen nicht zum Erfolg.

Nach der Zeitkontrolle glaubte ich, mit dem guten Springer gg. einen eher schlechten Läufer – der allerdings auf d5 bestens platziert – noch das Blatt wenden zu können. Aber ehrlich gesagt, hatte ich keinen guten Plan und kam sogar am Ende deutlich in Nachteil. Somit zog ich im 57. Zug die Notbremse und bot remis an. Volker schlug sofort ein …
Nun stehen wir auf dem vorletzten Platz und es gilt, in drei Wochen gegen das noch punktlose Schlußlicht Bargteheide II  deutlich zu gewinnen. Schließlich gg. Neumünster II und/oder Norderstedt II nochmals voll punkten und der Klassenerhalt wäre gesichert. Dass es so eng wird, ist eine unerwartete, aber irgendwie selbst verschuldete Situation.

Abschließend möchte ich noch ein großes Lob an Yvonne Malinowsky aussprechen, die sich volle zwei Stunden dem Tresenraum widmete.
Männer sind halt eher blind, was Reinlichkeit betrifft, Schachspieler im Besonderen.

Views: 92

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert