Die diesjährige DSenMM-LV – so die offizielle Abkürzung der Deutschen Seniorenmannschaftsmeisterschaft der Landesverbände – wird in diesem Jahr wie schon 2025 in Bad Soden ausgerichtet. Gespielt wird in zwei Altersklassen, Ü50 und Ü65. In der Altersklasse der „Jungsenioren“ nehmen acht Mannschaften teil, gerade genug, um ein siebenrundiges Turnier durchzuführen.

Aus Schleswig-Holstein ist eine Mannschaft dabei. Diese besteht aus den vier Lübeckern, die vor zwei Jahren in Krakau bei der Seniorenmannschaftsweltmeisterschaft am Ende die beste deutsche Mannschaft waren. Nach dem Motto „Never change a winning team“ werden wir auch in derselben Aufstellung an den Start gehen.

Hier kann man sich die Ausschreibung anschauen.

Hier geht es zur Übertragung bei Lichess.

Hier gibt es die Ergebnisse bei chess-results

Die Ruhe vor dem Sturm

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Am 13.September gegen 10:30 Uhr trafen sich die drei Lübecker am Bahnhof, um die Reise nach Bad Soden anzutreten. Dort trafen wir gegen 17 Uhr ein und wurden vom Edel-Fan Michael Negele mit dem Auto zum Birkenhof gebracht, wo wir die nächsten sieben Tage verbringen werden. Christoph flog aus Kopenhagen nach Frankfurt und stieß abends dazu. Sowohl beim Abendessen als auch beim Frühstück stellten wir fest, dass wir anscheinend die einzige Mannschaft waren, die bereits am Sonntag angereist war. Zu unserer Beruhigung waren die beiden Schiedsrichter (Ralph Alt und Michael Rütten) und der Senioren-Referent des DSB (Wolfgang Cleve-Prinz) ebenfalls schon vor Ort. Letzterer war mit seinem Verein SK Altenkirchen Ausrichter der Deutschen Meisterschaft 1999, mit der ich sehr angenehme Erinnerungen verbinde 🙂

Runde 1

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Da in der Ü50 nur acht Mannschaften am Start sind, stehen alle Paarungen schon fest, allerdings nur, was den Landesverband angeht. Die meisten Mannschaften spielen zu fünft und sind daher nicht ganz so leicht auszurechnen wie wir. Die genaue Aufstellung muss jeweils am Vortag bis 14 Uhr gemeldet werden.

Von den 16 Partien jeder Runde werden 14 live übertragen: Lichess Da wir die Startnummer 1 haben, spielen wir immer an Tisch 1, d.h. unsere Partien werden durchgehend übertragen.

In der ersten Runde ging es gegen Bremen, die offenkundig taktisch aufgestellt hatten – Thilos Gegner war der nominell stärkste Spieler. Aber die anderen drei waren natürlich auch gute Spieler, so dass wir mit dem 2-2 am Ende zufrieden waren.

Thilo stand zeitweise schlechter und remisierte, indem er ein hochinteressantes Turmendspiel sehr aktiv behandelte.

Christoph rutschte in eine passive Endspielstellung, die sein Gegner technisch sauber zum Sieg führte.

Dirk stand von Anfang an besser und konnte seinen Vorteil in einen ganzen Punkt umwandeln.

Stockfish hält die Schlussstellung meiner Partie für deutlich besser besser für mich, die dazugehörigen Varianten sind allerdings nicht überzeugend.

Heute war der Seniorenreferent des SVSH vor Ort, um sich einen Eindruck zu verschaffen. Damit waren heute doppelt so viele Fans der Lübecker SH-Vertretung anwesend wie gestern.

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Runde 2

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In der zweiten Runde ging es gegen die zweitbeste Mannschaft des Turniers, wenn man die Wertungszahlen zugrunde legt. Baden war uns an drei Brettern nominell überlegen, nur Thilo hatte am vierten Brett einen DWZ-Punkt mehr als sein Gegner.

Dirk wurde in der Eröffnung überrascht und verbrauchte viel Zeit bei dem Versuch, die Zugfolge seines Gegners im Marshall-Gambit auszunutzen, am Ende ergab sich (wie so oft im Marshall) ein leistungsgerechtes Remis.

Meine Vorbereitung ging vollständig ins Leere, weil mein Gegner auf seine „alten Tage“ beschlossen hat, es zur Abwechslung mit Sf3, c4 und g3 zu probieren – da halfen mir die Französisch-Varianten nicht viel, die ich mir morgens angeschaut hatte. Ich konnte den leichten Druck abschütteln und ebenfalls ein Remis erzielen.

Thilo griff wie immer am Königsflügel an und opferte genau wie gestern eine Qualität. Ob das abschließende Dauerschach für beide Seiten das beste Ergebnis war, weiß vermutlich nur Stockfish.

Christoph spielte die längste Partie. Zwischendurch sah es so aus, als wenn er besser stünde, aber das abschließende Turmendspiel war für keine Seite zu gewinnen.

Vier Remisen ergaben logischerweise auch ein Remis im Mannschaftskampf. Morgen spielen 8521 ELO-Punkte aus NRW gegen 8447 ELO-Punkte aus dem hohen Norden. Bei den Senioren ist es nach meiner bisherigen Erfahrung so ähnlich wie bei den Jugendlichen, aber aus vollkommen anderen Gründen: Viele spielen besser als ihre Zahl, weil sie in der Regel irgendwann auch eine bessere Zahl hatten. Bei den Jugendlichen muss man im letzten Satz anstelle der Vergangenheitsform das Futur I verwenden 🙂

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