Kleine Züge, große Wirkung!

Bei der Trainingseinheit am 3.Juni ging es um Grundlagen der Bauernendspiele. Anschließend haben wir wie immer sechs Aufgaben gelöst und uns eine Großmeister-Partie angeschaut.

Einleitung

Das einfache Bauernendspiel, also König und Bauer gegen König, sollte man beherrschen, damit man weiß, ob man die entsprechenden Übergänge in dieses Endspiel entweder forcieren oder vermeiden sollte. Die schwierigeren Bauernendspiele, also die mit einem oder mehreren Bauern auf beiden Seiten, bergen so manchen Fallstrick. Für die Praxis des Vereinsspielers reicht es, wenn man die Stellungen mit einem Mehrbauern, einem gedeckten Freibauern, einem entfernten Freibauern und einen möglichen Bauerndurchbruch einschätzen kann und die Bedeutung der Opposition kennt. Wir haben uns im folgenden mit diesen Themen und einigen weiteren beschäftigt.

König und Bauer gegen König

Stellung 1
Lichess

Stellung 2
Lichess

König und Randbauer gegen König

Stellung 3
Lichess

Stellung 4
Lichess

König und Bauer gegen König und Bauer

Stellung 5
Lichess

Stellung 6
Lichess

Stellung 7
Lichess

Stellung 8
Lichess

Mehrbauer

Stellung 9
Lichess

Stellung 10
Lichess

Stellung 11
Lichess

Stellung 12
Lichess

Gedeckter Freibauer

Stellung 13
Lichess

Stellung 14
Lichess

Stellung 15
Lichess

Größere Beweglichkeit der Bauern

Stellung 16
Lichess

Stellung 17
Lichess

Der entfernte Freibauer

Stellung 18
Lichess

Stellung 19
Lichess

Stellung 20
Lichess

Stellung 21
Lichess

Stellung 22
Lichess

Der aktive König

Stellung 23
Lichess

Wegschultern

Stellung 24
Lichess

Bauerndurchbruch

Stellung 25
Lichess

Stellung 26
Lichess

Stellung 27
Lichess

Stellung 28
Lichess

Dreiecksmanöver

Stellung 29
Lichess

Studienhafte Rettung

Stellung 30
Lichess

Stellung 31
Lichess

Praktische Beispiele

Stellung 32
Lichess

Stellung 33
Lichess

Stellung 34
Lichess

Stellung 35
Lichess

Fazit

  1. Ein Mehrbauer im Bauernendspiel gewinnt (fast) immer, wenn es keine Bauerndurchbrüche oder andere Überraschungen gibt.
  2. Ein entfernter Freibauer im Bauernendspiel gewinnt (fast) immer, wenn es keine Bauerndurchbrüche oder andere Überraschungen gibt.
  3. Ein gedeckter Freibauer ist im Bauernendspiel ein sehr großer Vorteil, weil er den gegnerischen König in seiner Bewegungsfreiheit einschränkt.
  4. Bauernstrukturen mit Doppelbauern sind anfällig für Bauerndurchbrüche.
  5. Die bessere Königsstellung kann auch dann den Ausschlag geben, wenn die Stellung (d.h. die Bauernverteilung) ansonsten symmetrisch ist.
  6. In einem Bauernendspiel gibt es kaum Möglichkeiten, zu „schwindeln“, eine verlorene Stellung ist in aller Regel chancenlos verloren.
  7. Randbauern sind im Bauernendspiel einerseit stark, weil sie den gegnerischen König maximal ablenken können, andererseits gibt es viele Stellungen, die „normalerweise“ (d.h. mit jedem anderen Bauern) gewonnen wäre, die mit dem Randbauern aber nur Remis ergeben.
  8. Die Begriffe Opposition und Zugzwang spielen eine große Rolle.

Aufgaben

Das Anklicken des Diagramms öffnet die jeweilige Stellung im Analysemodus auf Lichess.

Bronstein – Golombek, 1946

Weiß am Zug

Wexler – Bronstein, 1960

Schwarz am Zug

Bronstein – Geller, 1961

Weiß am Zug

Bakulin – Bronstein, 1965

Schwarz am Zug

Bronstein – Kortschnoj, 1962

Weiß am Zug

Mikenas – Bronstein, 1965

Schwarz am Zug

Indjic – Carlsen, Warschau 2021

Es geht um die Stellung nach dem 26.Zug von Weiß. Die Stellung ist eigentlich Remis, aber Carlsen schafft es, die Spannung aufrecht zu erhalten (er schlägt nie auf a4) und die Stellung am Königsflügel zu gewinnen, obwohl sich sein Mehrbauer eigentlich am Damenflügel befindet. Der Zug 26…g5 ist dabei extrem wichtig. Weiß hätte diesen Zug mit 26.h4 verhindern sollen. Aber vermutlich hätte Carlsen dann einen anderen Weg gefunden, um dem Gegner Probleme zu bereiten 🙂

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