Besuch bei der Endrunde der Schach-Bundesliga in Berlin

Zentrale Endrunde der Schach-Bundesliga vom 24. – 26. April 2026 in Berlin

Am letzten April-Wochenende fand im Willy-Brandt-Haus in Berlin die zentrale Endrunde der Schach-Bundesliga statt. Ich hatte die Gelegenheit, an allen drei Tagen vor Ort zu sein.

Die Ergebnisse und vermutlich auch einige Partien werden vielen sicherlich schon bekannt sein. Aber auch abseits der Bretter konnte ich interessante Beobachtungen machen.

Die Organisation der Veranstaltung durch Rainer Polzin und etlichen Helfern bot Spielern und Zuschauern einen nahezu perfekten Rahmen. Über 100 Großmeistern verteilten sich zusammen mit den restlichen Spielern und zahlreichen Zuschauern auf die verschiedenen Etagen des Willy-Brandt-Hauses. Eine Hälfte der Kämpfe wurde im Foyer ausgetragen, die andere (mit den Spitzenmannschaften) in der 6. Etage. In der 1. Etage kommentierte GM Robert Rabiega die Partien, am Freitag überraschend unterstützt durch Peter Leko, der neben seinen erstklassigen Analysen auch einige praktische Tipps für Amateure und Profis(!) parat hatte.

Neben der zahlreich vertretenen Berliner Schachszene waren unter den Zuschauern auch überregional bekannte Funktionäre und einige Streamer anwesend, darunter (Noch-)Präsidentin Ingrid Lauterbach, ihr potenzieller Nachfolger Richard Lutz, Klaus Bischoff, Georgios Souleidis (The Big Greek), Sonja und Katherina (Bluhmecke) sowie die Vertreter der Firma ChessBase, seit kurzem in Hand der Freedom Holding Corp.

Besonders gefreut habe ich mich, meinen ehemaligen Schachschüler Fernando Offermann wiederzusehen. Wir hatten uns für Samstag verabredet und ließen den Abend in Kreuzberg ausklingen. Einige LSVer werden sich erinnern, dass Fernando bei seinem letzten Besuch in Lübeck vor wenigen Wochen den Monatsblitz gewann.

Nochmal zurück zu den Mannschaftskämpfen: Zu Beginn fiel es mir schwer, einen Überblick über die Partien zu bekommen. Man wird komplett erschlagen, sowohl von der Quantität als auch von der Qualität der Akteure. Ich beschloss daher, mir eine Handvoll Partien etwas intensiver anzuschauen.

Zum Nachspielen empfehle ich grundsätzlich die Partien von Parham Maghsoodloo, der eigentlich immer versucht, das Brett anzuzünden. Spannend am Freitag auch die Partie Anand – Livaic aus dem Kampf Neuwied – Baden-Baden, die Anand zum Remis aus der Hand gab. Lehrreich war es ebenso, bei Matthias Blübaum zu sehen, wie er „einfache Stellungen“ behandelt.

In meinem Focus befand sich natürlich auch Alexei Shirov. Er hat sicherlich nicht mehr ganz die Spielstärke aus seiner Zeit beim LSV, ist aber weiterhin in der Lage, für „Fire On Board“ zu sorgen. Leider verlor er beide Weißpartien. U.a. seine Niederlage sowie das Remis von Anand am Freitag führten für Baden-Baden zu einem weiteren Punktverlust und damit vier Mannschaftspunkten Rückstand vor dem Spitzenkampf gegen Viernheim in der vorletzten Runde am Samstag.

Obwohl für diesen Kampf Vincent Keymer „eingeflogen“ wurde, nachdem er bei der Chess.com Global Championship ausgeschieden war, reichte es für Baden-Baden nicht mehr und es gab ein 3,5:4,5, womit Viernheim erneut Deutscher Meister wurde.

Alles in allem für mich als Zuschauer eine beeindruckende Veranstaltung, die ich in ähnlicher Form nur jedem ans Herz legen kann.

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