Der Klassenhalt dürfte mit dem letzten Spieltag nahezu gesichert sein. Die Schlussetappe in der Landesliga hielt mit Husum, Mölln und Leck aber einen Spielplan bereit, der für uns noch den ein oder anderen Mannschaftspunkt bereithalten sollte. Doch schon im letzten Jahr waren es vor allem die nominell schwächeren Mannschaften der Liga, gegen die wir uns schwertaten. Die Husumer waren in der Liga lange glücklos, bis ihnen in der letzten Runde ein Achtungserfolg gegen unsere zweite Mannschaft gelang. Immerhin waren wir dieses Mal die Gastgeber und konnten auf die beschwerliche Anreise verzichten. Die Gäste kamen in gewohnt starker Aufstellung, aber auch wir hatten eine kampferprobte Truppe aufzubieten. Es versprach, ein spannender Kampf zu werden.

Die erste Stunde sah jedoch nicht sehr vielversprechend aus. Ida Klara musste früh einen Bauern geben, um einen Figurenverlust zu verhindern und auch Hanno kostete seine zu passive Stellung einen Bauern. Paul nahm bei seinen Königsangriff keine Rücksicht auf Verluste und landete in keiner sehr angenehmen Stellung. Kritisch wurde es dann bereits bei Benjamin, als dieser eine taktische Abwicklung des Gegners übersah, welche ihn eine Qualität kostete. Er versuchte noch alles mit seinen Freibauern und ich hatte kurz Hoffnung, nachdem er ein ähnliches Endspiel beim letzten Spieltag noch remis halten konnte. Auch dieses Mal gab der Gegner die Qualität zurück, allerdings wurde das Bauernendspiel dieses Mal korrekt berechnet und Benjamin musste sich geschlagen geben.

Bis auf Rouvens und vielleicht noch Toms Stellung machten mir die anderen Bretter keinen besonders guten Eindruck und ich befürchtete schon eine krachende Niederlage wie gegen Flensburg. Doch das Blatt wendete sich – zumindest ein wenig. Paul nutze eine Unachtsamkeit eines Gegners gnadenlos aus und fand eine schöne Taktik, aus welcher ein Mehrturm resultierte. Wenig später konnte er den Ausgleich erzielen. Ida und Hanno schienen sich etwas konsolidiert zu haben und die Stellungen sahen wieder in Ordnung aus. Ich hatte mit schwarz in einer englischen Variante recht früh Ausgleich erreicht. So richtig Chancen kreieren konnten beide Seiten jedoch nicht so recht und außer einem 40-minütigen Zeitvorteil hatte ich nichts vorzuweisen. Als wir dann in einem Damenendspiel mit ausgeglichenen Bauern landeten, einigten wir uns auf remis und überließen dem Rest die Entscheidung.

Am Nachbarbrett hatte Rouven seine aussichtseiche Stellung leider überreizt und sein Gegner überraschte ihn mit einer taktischen Widerlegung seines Angriffs. Danach war die Stellung nicht mehr haltbar. Wenig später machte Tom am ersten Brett remis, nachdem er keine Möglichkeit sah, seinen Mehrbauern zu halten. Leider musste sich Ida am Ende nach erbittertem Kampf schließlich doch geschlagen geben, sodass Husum weiter die Oberhand hatte. Eryk brachte uns mit einem etwas überraschenden Sieg in seiner Spezialeröffnung noch einmal in Schlagdistanz zum Mannschaftspunkt.

Allerdings kam er bereits kopfschüttelnd aus dem Spielsaal zu uns mit dem Kommentar „Das wird nichts mehr, Hannos Gegner hat ein Dauerschach“, womit er leider recht behielt und wir damit den Mannschaftskampf wie schon die zweite Mannschaft knapp mit 3,5/4,5 verloren. Das Ligaorakel zeigt sich darüber sehr erbost und gesteht uns nun wieder eine Abstiegswahrscheinlichkeit von 0,9% zu. Ganz ausgemachte Sache ist der Klassenerhalt also noch nicht, gerade da an diesem Spieltag alle Mannschaften hinter uns gepunktet haben. Beim nächsten Spieltag geht es mit Mölln gegen einen alten Widersacher aus der Verbandsliga, wo es zu Punkten gilt.

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