Das zweite Auswärtsspiel der Saison führte uns in die Landeshauptstadt, wo uns – wie eigentlich immer – ein schwieriger Kampf bevorstand. Bei im Schnitt gut 100 DWZ mehr für die Kieler an den Brettern 1-5 auch zu erwarten.
Der Reihe nach:
Der Berichterstatter nahm in ausgeglichener Mittelspielstellung das Remis-Angebot seines Gegners [bei dessen beginnender Zeitnot] an.
Jörg Bohner legte seine Partie – wie immer – offensiv an, mit langer Rochade gegen die „kurze“ seiner Gegnerin. Beim Aufbau seines Angriffs unterlief ihm jedoch ein Fingerfehler, der ihn nach 4 Zügen und dem Zwangsabtausch dreier Leichtfiguren mit einem Minus-Bauern und einer schwierigen Position zurückließ. Diese erwies sich nach einigen druckvollen Zügen der Kielerin als nicht mehr haltbar.
Vacheslav Berdichevskiy konnte am Spitzenbrett gegen den Kieler Kontrahenten keinen Vorteil erspielen, so dass sich die beiden unmittelbar vor der Zeitkontrolle und in ausgeglichener Stellung auf eine Punkteteilung einigten.
Zwischen Artur Kevorkov und Kevin Hopson gab es ein kompliziertes Positionsgefecht, bei dem sich die Waagschale im Mittelspiel mehr und mehr in Richtung des Kielers neigte. Der mit ruhigen Zügen aufgebaute Angriff schien bald übermächtig, und 3 Züge vor der Zeitkontrolle beendete das Nehmen eines „vergifteten“ Bauern die Partie einzügig.
Stand: 3:1 für die Kieler Gastgeber.
Den ersten Sieg für die LSV-Mannschaft konnte Stephan Lübeck verbuchen: Nach einem in der Eröffnung geschickt heraus gespielten Bauerngewinn hätte er sogar 9 Züge später mit einer leicht zu übersehenden Eroberung eines zweiten Bauern die Partie endgültig „auf Sieg“ stellen können. So musste er sich „gedulden“, bis sein jugendlicher Gegner, der sich in horrender Zeitnot befand (die letzten 15 Züge mit ca. 90 Sekunden Restzeit) die Partie im 37. Zug einzügig einstellte.
Sergej Salov gelang es aus der Eröffnung heraus, seinen jugendlichen Kontrahenten „langsam, aber sicher“ zu überspielen, und der Figurengewinn im 33.Zug war quasi gleichbedeutend mit dem Partiegewinn, auch wenn der Gegner erst 6 Züge nach der Zeitkontrolle seinen Widerstand endgültig einstellte.
Max Dörp hatte nach gut 20 Zügen als Nachziehender eine offensive, ausbaufähige Stellung erreicht. Ein weiterer, allerdings vorschneller Angriffszug erlaubte jedoch einen (scheinbar ungefährlichen) gegnerischen Abzugsangriff auf seine Dame – mit einem nicht mehr abzuwehrenden Figurenverlust nach 2 weiteren, forcierten Zügen.
Andreas Teska lieferte sich mit seinem Kieler Rivalen die mit Abstand längste Partie des gesamten Mannschaftskampfes. Nach knapp 30 Zügen bei einer ruhigen und ausgeglichenen Stellung im Mittelspiel wählte er (bereits in horrender Zeitnot!) den falschen von 2 möglichen Sicherungszügen. Das kostete ihn fatalerweise nicht nur einen Bauern, sondern auch eine Qualität. Den kreativen, erfinderischen Widerstand stellte er erst ein, als nichts mehr ging.
Endstand: 5:3 für Kiel

Uli Mittelbachert
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