Nur eine Woche nach den Landesvereinsmeisterschaften fand mit der Landesjugendblitzeinzelmeisterschaft bereits die nächste offizielle Meisterschaft im Jugendschach Schleswig-Holsteins statt. Dieses Event sollte auch dafür genutzt werden, um die ausgefallene Siegerehrung der LJEM nachzuholen und den dortigen Siegern ihren verdienten Moment des Ruhmes zu gewähren. Freundlicherweise erklärte sich das Kiek In sich bereit, uns für diese Veranstaltung ihren großen Saal zur Verfügung zu stellen. So ging es bei äußerst sommerlichen Temperaturen nach Neumünster. Ich hatte zum Glück ausnahmsweise großzügig geplant, sodass der zwanzig minütige Umweg, der durch eine verpasste Ausfahrt und die folgende gesperrte Ausfahrt entstand, noch abgefedert werden konnte. 53 Blitzbegeisterte fanden sich in den Altersklassen U10,U14 und 20 schließlich in den Räumen des Kiek In trotz der sengenden Hitze ein. Lübeck war mit 10 Kindern recht prominent vor allem in den Altersklassen U10 und U14 vertreten. Gespielt wurden 11 Runden mit der üblichen Blitzbedenkzeit 3+2.

In der U10 verstand es Louis regelmäßig das Brett in Flammen aufgehen zu lassen und extrem unübersichtliche Stellungen herbeizuführen. Meistens fand er sich in dem Chaos gut zurecht und trieb das Ganze wohl auf die Spitze, als er mit Dame und zwei Läufern weniger noch ein Matt finden konnte. Mit 6 Punkten und Platz 6 ein erfolgreiches Turnier für ihn. Baris spielte eine außerordentlich stark Hälfte und konnte die ersten sieben Runden alle gewinnen. Danach musste er gegen die stärksten vier Spieler alle in Folge spielen, was motivationstechnisch nicht optimal für ihn war. Am Ende reichte es dennoch für einen starken dritten Platz. Mavi schickte sich an, seinen Blitz-Titel zu verteidigen. Dies gelang ihm auch mit einer sehr dominanten Vorstellung, in welcher er alle 11 Partien für sich entscheiden konnte und dementsprechend mit zwei Punkten Vorsprung gewann.

In der U14 war es für unsere angereisten U12er Adam, Niilo, Samuel und Finn aufgrund des Altersunterschiede recht herausfordernd, doch sie schlugen sich wacker. Bei Adam merkte man, dass es für ihn recht ungewohnt war, Blitzschach zu spielen, nachdem er die letzten Monate fast ausschließlich Langzeit trainiert hatte. Taktisch nach wie vor hervorragend, fehlten ihm dann in manchen Partien doch die Zeit und mit seinem 18. Platz wirkte er nicht ganz zufrieden. Finn war trotz seiner Aussage, dass er im Blitzen nicht wirklich gut sei, die meiste Zeit an den vorderen Brettern wiederzufinden. Am Ende war etwas Pech dabei, aber mit 6 Punkten und dem 8. Platz spielte er ein schönes Turnier. Mit einem halben Punkt mehr auf Platz 6 lief Niilo ein, der nach einer kleinen Durstrecke in der Mitte des Turniers einen ordentlichen Schlussspurt hinlegen konnte. Mit dem 3. Platz und punktgleich mit den ersten beiden Plätzen war Samuel wohl die größte Überraschung der Altersklasse. Insbesondere mit seinem Sieg über Theodor setzte er ein klares Ausrufezeichen.

In der U20 war es für Ida ein Wechselbad der Gefühle. Zwar hatte sie den Titel der U20w Landesmeisterin sicher, allerdings machte sie klar, dass ihre Ambitionen im Turnier deutlich höher waren. Insbesondere in ihren Weiß-Partien stellte ihr Katalane die Gegner vor merkliche Herausforderungen und sie mit dieser Waffe unter anderem auch einen Sieg gegen Alexander einstreichen konnte. An anderer Stelle waren ihr Glück und Zeit weniger hold. Am Ende reichte es mit Platz 6 für ein versöhnliches Ergebnis. Knapp dahinter auf dem siebten Platz lief Benjamin ein, der seinem Blick zu Folge ein wenig hinter seinen eigenen Erwartungen zurückgeblieben war. Auch Elia hatte sich vermutlich etwas mehr erhofft, da er normalerweise über die kurzen Bedenkzeiten sehr gefährlich ist. Doch es lief für ihn nicht besonders. Ob es nun an der Regenjacke trotz der glühenden Hitze oder an einer zu geringen Wasserzufuhr lag, ließ sich nicht endgültig ermitteln.
Die Gesamtergebnisse sind auf der SJSH-Seite einzusehen: LJBEM

Im Anschluss an die Siegerehrung des Turniers, wurden noch die LJEM, die Jugendligen und der SJSH Grand-Prix geehrt: Hier ein paar Impressionen

 

 

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