Zunächst wurden die Inhalte des letzten Trainings abgefragt, die Ergebnisse kann man sich hier anschauen:
Das interaktive Quiz werden wir beim nächsten Mal wiederholen, insofern lohnt sich das eingehende Studium dieses Beitrags, wenn man am 1.Juli dabei sein möchte 🙂
Danach ging es um Grundlagen gleichfarbiger Läuferendspiele. Abschließend haben wir wie immer sechs Aufgaben gelöst und uns eine Großmeister-Partie angeschaut.
Einleitung
Gleichfarbige Läuferendspiele gehören zu den wichtigsten und zugleich unterschätzten technischen Endspielen im Schach. Im Gegensatz zu ungleichfarbigen Läuferendspielen sind sie oft keineswegs automatisch remis: Der aktivere König, der bessere Läufer und die geschicktere Bauernführung können schnell den Ausschlag geben. In diesem Training geht es darum, typische Pläne und Bewertungsfaktoren kennenzulernen: Welche Bauern sind schwach? Wo gehört der König hin? Wie wird ein Läufer aktiv? Und wann entscheidet ein Freibauer oder Zugzwang die Partie? Ziel ist es, solche Stellungen nicht nur zu berechnen, sondern vor allem richtig einzuschätzen.
Läufer und Bauer gegen Läufer
Läufer und zwei Bauern gegen Läufer
Mehrbauer an einem Flügel
Mehrbauer am entfernten Flügel
Mehrbauer – guter Läufer
Mehrbauer – schlechter Läufer
Guter Läufer gegen schlechter Läufer
Modellstellungen
Die folgenden sechs Stellungen stammen nicht aus gespielten Partien. Der weiße Vorteil wird immer offensichtlicher, aber der Gewinn ist nur aufgrund eines taktischen Kniffs möglich. In der letzten Stellung wird Schwarz dann tatsächlich ausmanövriert. (Die Stellungen ändern sich alle zehn Sekunden oder immer dann, wenn man ein Miniaturbild anklickt.)
Fazit
Die Erkenntnisse unserer Analysen kann man so zusammenfassen:
1. Auch der schlechteste Läufer kann seine Bauern zäh verteidigen, das erfordert aber sehr genaues Spiel.
2. In der Praxis verliert die schwächere Partei deshalb oft auch Stellungen, die eigentlich Remis sind.
3. Das Dreiecksmanöver ist auch in Läuferendspielen oft der Schlüssel zum Erfolg.
4. Der Randbauer auf der sechsten Reihe ist auch im Endspiel oft erstaunlich stark.
Aufgaben
Das Anklicken des Diagramms öffnet die jeweilige Stellung im Analysemodus auf Lichess. Das Motto lautet dieses Mal: Schlagdraufundschluss!

Peresipkin, Vladimir – Anikaev, Yuri, 1974

Cafferty, Bernard – Kaldor, Avraham, 1976

Uhlmann, Wolfgang – Liebert, Heinz, 1976

Shamkovich, Leonid – Botterill, George, 1976

Keene, Raymond – Micheli, Carlo, 1973

Krause, Ullrich – Hein, Andreas, 1992

Petrosjan – Spasski, Moskau 1966
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