Knapp vorbei ist auch daneben …

Wenigstens nicht das vierte Mal 4:4 gespielt, könnte man sagen.
Wäre aber doch schön gewesen. War möglich, sah aber lange nicht danach aus.

Kiel mit Bestbesetzung angetreten (respektabler DWZ-Schnitt von 1994), Tabellenführer (Die Kieler haben in den vier Kämpfen dieser Saison erst zwei Partien verloren.) und recht deutlicher Favorit (gegen unseren Schnitt von 1917).

Vielleicht hätten wir uns mit den Kielern am Kicker messen sollen …

Der Kampf begann recht unspektakulär, die schnellen Remis von Joachim (1. d4 d5 2.Sf3 Sc6 3.Lf4) an Brett 3 gegen Klaus Rabe und Matthias gegen Stefan Ueckermann an Brett 7 (Philidor mit frühem Damentausch) in ihren Schwarzpartien waren zu mindestens kein Nachteil. Zuvor aber ein mittelgroßer Aufreger: Horst spielt an Brett 4 gegen Hans-Adolf Dittmann aus Versehen 1. d4 (?!, es folgte 1.-c5 2.Sf3 cxd4) und  war darüber einigermaßen entsetzt.

Es deutete sich an, dass es recht knapp werden könnte. Horst hatte sich im Grunde gut aufgestellt, kam dann aber vom richtigen Weg ab und eine Figur war weg.
Dafür stand Michael an Brett 2 gegen Matthew Basey nach der Eröffnung (Französisch verzögerter Abtausch) sehr gut mit etlichem Druck am Königsflügel, Partie siehe unten.
An Brett 1 hatte Hartmut den Orang-Utan von Eckart Ressler nach 1.b4 e5 2.Lb2 Lxb4 3.Lxe5 Sf6 rasch „zahnlos“ gemacht, verblieb aber mit gewissem Raumnachteil und einem rückständigen Bauern auf b7. Als dieser nach b5 kam und einige Leichtfiguren getauscht waren, kam es zum Remis-Schluss.

Heiko hatte sich mit Weiß an Brett 6 gegen Niels Bracke in einem Rossolimo-Sizilianer (1. e4 c5 2.Sf3 Sc6 3.Lb5) einen rückständigen Bauern auf d3 eingefangen und die Partie hing lange am seidenen Faden, Zeitnot kam dazu. Es gab vermutlich keinen Grund, die angebotene Zugwiederholung abzulehnen.

Recht unerwartet dann das eigentlich nicht mehr erhoffte Remis durch Dauerschach von Michael, der zwei Minusbauern zu „verwalten“ hatte. Beim Stand von 2,5:3,5 mussten die Partien von Oliver (Brett 5) gegen Joachim Kornrumpf (mit 1.b3 eröffnet – Oliver meinte: „Das spielt der immer …“) und Martin an Brett 8 gegen Jason Kawena (nach der etwas eigenwilligen Eröffnung mit 1.e4 c5 2.d4 cxd4 3.Dxd4 Sc6 4.Dd3) entscheiden. Das Schwerfigurenendspiel von Martin endete in einem Turmendspiel mit jeweils 4 Bauern. Trotz des freien b-Bauern für Weiß sind die bekanntlich „immer“ remis -so auch hier- allerdings erst nach einer weiteren Stunde Spielzeit.

Somit hatte Oliver das Vergnügen, seine Partie bis zum Sieg auszudrücken.
Gelang leider nicht, obwohl er einen Mehrbauern im Leichtfigurenendspiel herausarbeiten konnte.
Im Endspiel mit gleichfarbigen Läufern war kein Fortschritt mehr zu erreichen, also auch hier Remis.

Am Ende also eine knappe 3,5-4,5-Niederlage, wird also Zeit für den ersten Saisonsieg. Am 08.02.26 in Neumünster gegen Agon I ist die nächste Gelegenheit.

Bericht von Matthias, leicht ergänzt von Michael.

Hier nun meine etwas ausführlicher kommentierte Partie unter dem Motto von Paul Keres: „Pakete gibt man auf, aber keine Partien.“

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