Mit zwei Siegen und einer Niederlage verlief das erste Drittel der Saison für uns überraschend gut, sodass wir gegen die erste Mannschaft von Bargteheide noch recht entspannt antreten konnten, ohne uns akute Sorgen um den Klassenerhalt machen zu müssen. Einige Sorgen bereitete mir allerdings unsere Aufstellung. Unsere ersten fünf Bretter hatten keine Zeit oder befanden sich nicht in der Nähe Lübecks und so mussten wir tief in unsere Ersatzspielerkiste greifen musste. Die Spaßmannschaft wurde dieses Mal durch Alexandra, Helene und Joseph komplettiert. Unser DWZ-Schnitt war dennoch recht niedrig und auf der Hinfahrt nach Bargteheide durch Nicole und Kristina hofften wir auf etwas Entgegenkommen unserer Gastgeber. Die Gegner präsentierten uns jedoch eine recht starke Aufstellung, mit welcher sie an jedem Brett zwischen 100 und 300 DWZ mehr als wir vorweisen konnten. Wir stellten uns auf einen harten Kampf ein. Nach zwei Stunden waren die meisten Bretter noch recht ausgeglichen. Mein Gegner sah sich in der Eröffnung durch einen billigen Trick meinerseits mit einer Minusfigur konfrontiert.
Allerdings musste ich feststellen, dass die Stellung doch noch nicht so klar war, wie ich es mir gewünscht hätte. Das kostete mich viel Bedenkzeit und ich hatte wenig Zeit bei den anderen Brettern zu schauen. Hannos Gegner versuchte Hanno offenbar mit seinen eigenen Waffen zu schlagen und opferte früh einen Springer in die schwarze Königsstellung. Auf den ersten Blick konnte ich die Pointe dieses Zuges nicht wirklich erkennen, aber ein 2050er sieht vermutlich mehr als ich, dachte ich mir. Nach einer halben Stunde war die Partie jedoch vorbei mit einem überraschenden Sieg für Hanno, der das Opfer gegen seinen Gegner eindrucksvoll widerlegen konnte.
Wenig später wurde Joseph fertig. Hier war ich zunächst zuversichtlich gewesen, nachdem Joseph seine schlechte Stellung in ein Endspiel mit Remischancen abwickeln konnte, allerdings übersah er einen wichtigen Zwischenzug und der gegnerische Freibauer war plötzlich übermächtig. Helene hielt sich am siebten Brett lange wacker gegen die aggressiven Vorstöße ihres Gegners Narek. Am Ende machten die 300 Punkte doch den Unterschied. Somit führten die Gegner mit 2-1. Ich schaffte es an meinem Brett den Vorteil zumindest laut Engine kurzfristig wieder herzuschenken und war einigermaßen frustriert, dass mir die Stellung noch solche Probleme bereitete. Getrieben von einer fulminanten Schlacht-Musik in meinem Kopf und der Vorstellung des verständnislosen Blickes unseres Stamm-Brett 1-Spielers angesichts meiner unbegründeten Ängste in der Stellung, schlug ich das Remisangebot meines Gegners aus und konnte die Partie anschließend dann doch noch recht sicher gewinnen. Die andere Hälfte der Partien war unklar bevor ich den Raum verließ. Rouven stand etwas unter Druck und insbesondere die Zeit bereitete mir Sorgen. Bei Ida Klara schien es auf eine Zeitschlacht mit einem Spiel auf zwei Ergebnisse (nach B. Krause Auslegung) hinauszulaufen. Alexandra stand recht angenehm, während bei Benjamin eine Figur abhandenkam und er sich noch um Gegenspiel bemühte. Der Kampf war damit deutlich spannender, als man vorher annehmen durfte und etwas Hoffnung machte sich breit, als wir uns im Analyseraum bei Keksen und Stricken austauschten.
Rouven konnte die scharfe Stellung mit der wenigen Zeit leider nicht mehr halten und die Gegner waren kurz wieder in Führung, bis Ida Klara als Gewinnerin aus der Zeitschlacht hervorging. Wenig später kam auch Alexandra gut gelaunt zu uns in den Raum und konnte ebenfalls einen Sieg gegen ihren nominell deutlich stärkeren Gegner verbuchen.
Ein Mannschaftspunkt war nun gesichert. Ob noch mehr drin war, lag nun allein an Benjamin, der sich in einem sehr schwierigen Endspiel befand. Mit „Live-Brett“ Rouven, der alle zwei Minuten runterlief, um die gespielten Züge an uns weiterzugeben, fieberten wir mit. Am Ende war das Endspiel leider nicht mehr haltbar und somit 4-4 als Endergebnis feststand. Damit waren wir aber mehr als zufrieden. Mit 5 Mannschaftspunkten aus vier Spielen konnten wir unseren vierten Platz verteidigen und die Mannschaft hat sich ein inoffizielles DWZ-Plus von 120 erspielt. Die nächste Runde bringt uns die erste Mannschaft aus Flensburg, die bisher eine starke Saison spielen und aktuell auf dem 2. Platz sind. Es bleibt weiter spannend, wie viel Unfug die Spaßmannschaft in der Landesliga noch treiben kann. Das Ligaorakel ist dieses Jahr auf unserer Seite und sieht uns aktuell mit knapp 50% auf Platz 2 am Saisonende…
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