Diesmal ging es nach Flensburg zu dem Tabellen-Zweiten. Wäre schön, wenn wir unserer zweiten Mannschaft Schützenhilfe leisten könnten und ein paar Punkte, am Besten Mannschaftspunkte dem direkten Konkurrenten abknüpfen könnten. Außerdem könnten wir diese Punkte gut im Abstiegskampf gebrauchen.
Aber schon am Samstag verlief es holprig, da unser Käptn kurzfristig ausgefallen war. Zwar wurde das eine oder andere noch geregelt, unter anderem wer fährt, aber der Ersatzspieler wurde nicht informiert. Dies fiel erst am Sonntagmorgen auf, Thomas Rosin sprang kurz entschlossen ein – gegen Bestechung für ein Käsebrötchen, da er noch nicht mal gefrühstückt hatte. Und vielen Dank an seine Frau – die ihm kurzfristig frei gegeben hat :-).
So ging es wider erwarten zwar nicht ganz pünktlich, aber doch noch rechtzeitig nach Flensburg.
Die Flensburger waren auch sehr entgegenkommend, da der Beginn auf 11 Uhr einvernehmlich gelegt worden war. Kaffee und Kekse gab es für umsonst – vielen Dank dafür.
Bei uns fehlten ein paar Führungsspieler, so dass wir uns eigentlich nichts ausrechnen sollten, denn normalerweise startet Flensburg an den oberen Brettern mit extrem starken Spielern. Diesmal jedoch nicht, wobei dies nicht heißen soll, dass unsere Gegner schwach waren. Nur Brett 1 war wie immer vertreten, und dann wurde der an Brett 7 gemeldete Max Neuendorf zu Brett 2. Aber bei uns sah es nicht viel anders aus, so durfte der Verfasser dieser Zeilen- gemeldet an Brett 7 an Brett 3 spielen.
Letzen Endes traten zwei ungefähr gleich starke Mannschaften an – mit zum Teil deutlichen Spielstärkenunterschieden an einzelnen Brettern. So hatte Berdichevskiy gege Tymoshenko ca. 220 Punkte weniger, Sergej Salov an Brett 8 aber 380 Punkte mehr.
Wie dem auch sei, es wurde spannend – es kam zu Favoritenstolpern, verlorene und nachteilige Stellungen wurden Remis gehalten usw.
An Brett 1 – so informierte mich Max, stellte der Gegner von Berdi seine Qualität „unmotiviert“ ein, oder war es doch ein Opfer? Zumindest wurde es spannend, denn so klar war die Sache nicht. Denn dafür gab es für diese Qualität einen sehr gut postierten Vorpostenspringer in Berdis Stellung.

Martin Herrnkind an Brett 5 gegen meinen ehemaligen Kappelner Vereinskollegen Dennis Schwarz gewann frühzeitig die Partie. Der Angriff war durchgreifend und hätte mindestens die Dame gegen einen Turm gekostet mit schlechter Stellung. Dennis gab dann auf.

Stephan Lübeck setzte einen überzeugenden Mattangriff an Brett 7 gegen Thomas Schmidt durch, damit lagen wir kurzfristig 2:0 in Führung. So kann es weitergehen, dachte ich mir.
Nur leider sah es nicht an allen Brettern so aus. Max Dörp an Brett 2 gegen seinen Namensvetter Max Neuendorf stand leicht schlechter, die Zeit war aber deutlich schlechter.
Bei mir (Jörg Bohner) gegen Dirk Moysich selbst an Brett 3 verschlechterte sich meine Stellung zusehends. Ich schätzte die Stellung etwas falsch ein, und verlor dadurch einen Bauern. Aber das Endspiel war interessant. Wir beide hatten jeder zwei Springer er einen c- Bauern und drei verbundene Bauern auf dem Königsflügel, ich 3 Einzelbauern auf c, f und h.
Da meine c und h Bauern noch auf der Grundreihe standen, und der f-Bauer meinen Springer vorne befestigte, schaffte ich es zumindest kurzfristig eine Barriere aufzubauen, um den gegnerischen König nicht reinzulassen.

Dann der kurzfristige Schock. Thomas Rosin, der kurzfristig für uneren Käptn eingesprungen war, musste sich gegen Felix Wendt geschlagen geben.
Noch ist nichts verloren, dachte ich mir und schaute mir das Brett 8 bei Sergej an. Er hatte einen Bauern mehr gegen Kent Freundlich – aber halt nur einen Randbauern. Ob er das gewinnt? Bei Jonas Hieke an Brett 4 gegen Dirk Maleska sah es nicht gut für uns aus, Jonas hatte eine Figur weniger. Mit Glück ein 4-4? Aber auch ein Verlust war möglich. Alles ist drin.
Bei mir ging es weiter. Mein Gegner wollte die Festung durchbrechen – allerdings mit der Brechstange. Er lavierte seinen Springer so, dass er einen Springer zum Abtausch anbot. Dieser war allerdings nur durch seinen König gedeckt, da dass ich den einzigen Zug finden und ausführen konnte, der zum Ausgleich führte. Remis, mehr war von dem Spielverlauf auch nicht für mich zu erwarten. 2,5 – 1,5.
Noch liefen 4 Partien, und die zogen sich. Jonas verteidigte sich zäh, aber letzten Endes reichte es nicht. Ausgleich 2,5-2,5.
An Brett 1 bei Berdi war es spannend. Freibauern, die drohten von beiden durchzulaufen. Tymoshenko gewann etwas zurück, letzten  Endes war es ein Ritt auf der Rasierklinge. Berdi mit Turm und 2 Freibauern auf der gleichen Linie, sein Gegner mit Springer und Läufer und Randfreibauer. Unter beiderseitiger Zeitnot gab Berdi einen Turm für eine Figur und gewann den Randbauern. Remis. 3-3
Bei Max war die Stellung deutlich schwieriger für ihn geworden, sein König war ab dem 60 Zug auf der Grundreihe eingeklemmt, und er musste mit seinem passiven Turm den gegnerischen Freibauern auch auf der Grundreihe aufhalten. Dafür drohte der Gegner Neuendorf mit einem Turmschach auf der Grundlinie den Turm abzuholen. Dies konnte zwar Max mit deinem Springer verhindern, aber die Bauernschwächen, die der Gegner konsequent ausnutzte um die Freibauern von Max abzuholen um dann die passive Stellung des Turmes auszunutzen reichte Neuendorf zum Gewinn.
Jetzt lagen wir mit 3-4 hinten und es hing alles an Sergej an Brett 8. Der jugendliche Spieler Kent Freundlich gegen unseren Altmeister Sergej Salov. Ein Kräftemessen der Generationen. Sergej hatte einen Bauern mehr, aber alle Bauern standen am Rand. Sergej fürhrte die schwarzen Steine. Zumächst mit dem Läuferpaar gegen Springer und Läufer. Im 59. Zug ließ er dann leider den Abtausch der weißfeldrigen Läufer zu. Ein Endspiel mit dem scharzfeldrigen Läufer, und sein Freibauer befand sich auf der a-Linie, auf der h-Linie stand sein eigener Bauer auf einem schwarzen Feld, der gegnerische Bauer blockierte diesen und war – da er auf einem weißen Feld stand – für den Läufer nicht zu erreichen. Kent hatte einen Springer zur Verteidigung, und sein König stand in Reichweite zu Sergejs Freibauern. Sergej versuchte alles. Die drei-malige Stellungswiederholung lag in der Luft… Egal, es war nichts zu machen. Todremis ist todremis. Und somit leider gegen uns 4,5 – 3,5.

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