Halbzeit in der Landesliga. In den bisher vier gespielten Runden haben wir uns bislang wacker geschlagen – auch wenn wir für die letzte Runde von Professor McGonagall vermutlich 5 Punkte für unverschämtes Glück bekommen hätten. Unser Gegner Flensburg spielte bislang eine sehr gute Saison und konnte abgesehen von einer knappen Niederlage gegen LSV II ausschließlich Siege vorweisen. Klausuren und Krankheit führten bei uns zu einer leicht ersatzgeschwächten Aufstellung, aber auch unsere Gegner kamen nicht in Bestaufstellung. Sie hatten insgesamt zwar immer noch im Schnitt 100 DWZ mehr, aber abgesehen von dem 350 Punkten Unterschied am 2. Brett, wirkte die Differenz in einem Rahmen, den wir an guten Tagen mit dem Spaßmannschaftsfaktor ausgleichen könnten. Dies gelang uns, um das direkt vorwegzunehmen, an diesem Tag nicht.
Nach zwei Stunden musste Alexandra bereits gegen ihren deutlich stärkeren Gegner die Waffen strecken, nachdem sie ihre Stellung falsch einschätze und ihr Blatt etwas überreizte, was gnadenlos ausgenutzt wurde. Paul hatte in der Eröffnung zwei wichtige Tempi verloren, die ihm dann fehlten, um sich gegen das angriffslustige Spiel von Dennis Schwarz risikolos verteidigen können. In der Konsequent musste er zwei Bauern als Tribut entrichten. Danach versuchte er noch einige Tricks, aber letztlich landete er in einem Turmendspiel mit drei Minusbauern, was selbst für Tom nicht mehr zu halten gewesen wäre. Somit 2-0 Zwischenstand. Die anderen Bretter sahen zunächst weitestgehend unklar aus. Nach zwei weiteren Stunden kippte der Kampf jedoch deutlich zu unseren Ungunsten. Helene, die sich bisher gut gegen ihren stärkeren Gegner zu Wehr gesetzt hatte, verrechnete sich bei einer Schlagkombination, wodurch sich eine Leichtfigur einbüßte. Sie probierte dann noch mit einem Sturm auf die Bastille des Gegners, welcher sich jedoch präzise verteidigte und nach dem Damentausch den Sack zu machen konnte.
Angesichts des 3-0 Zwischenstands, war das Remisangebot meines Gegners erwartbar. Ich lehnte „natürlich“ erst einmal ab, aber die Hoffnung auf ein Wunder schwand langsam, als zunächst Tom, der im Katalanen seine eigene Medizin zu schmecken bekam, in einem taktischen Scharmützel unter die Räder geriet und dann auch bei Benjamin die Dame der Gegnerin vor seinem König unerwartet auftauchte und ihn zur Aufgabe zwang. Da nun der Kampf endgültig verloren und meine Motivation damit auch entschwunden war, war die Punkteteilung an meinem Brett nun reine Formsache. Während wir uns im Foyer des Tryp Hotels unsere Wunden leckten, kämpften Rouven und Ida noch eine ganze Weile. Rouven konnte noch einen halben Punkt beisteuern – angesichts dessen, was ich von der Partie sah – ein faires Ergebnis. Ida und ihr Gegner hatten nach 20 Zügen nur noch einstellige Zeiten, somit war eine Zeitschlacht wieder ausgemachte Sache. Dieses Mal jedoch zu Idas Ungunsten und sie landete in einem Endspiel, welches trotz zäher Verteidigung nicht mehr haltbar war.
Mit einem 1-7 wurde das Ganze dann doch wesentlich einseitiger, als es zu erwarten war, aber Flensburg war an diesem Tag klar die Mannschaft und hat sich nun auf dem 2. Platz zementiert. Wir sind mit unseren 50% nun auf Platz 6 abgerutscht, aber aktuell weder abstiegsgefährdet noch von den vorderen Plätzen abgeschlagen. Mit der ersten Hälfte können wir insgesamt zufrieden sein und hoffen natürlich auf eine ähnlich gute zweite Hälfte. Unsere nächsten Gegner aus Kiel wurden gestern bereits von unserer zweiten Mannschaft eine ähnlich starke Niederlage beigebracht, die sie hoffentlich für uns mürbe gemacht hat. Sollte es doch noch enger werden, müssen unsere Sonderspezialeinheiten aus München und Osnabrück einberufen werden.

Views: 100