In der sechsten Runde konnte die erste Mannschaft zum zweiten Mal in dieser Saison in Bestbesetzung antreten. Gegner waren die Schachfreunde aus Schwartau, gegen die wir im Landespokalfinale kurz vor Weihnachten mit 4-0 gewinnen konnten. Aus beiden Vierermannschaften waren jeweils zwei Spieler auch dieses Mal wieder am Brett. Beim Studium der Aufstellung um kurz vor 11 fiel mir angenehm auf, dass die Schwartauer inzwischen auch auf die Förderung der jüngeren Spieler setzen, neben den schon seit Jahrzehnten vertrauten Gesichtern spielten genau wie bei uns drei Nachwuchstalente mit.

von links nach rechts: Levi Malinowsky, Julijan Plenca, Stellan Brynell, Sergej Kalinitschew, Steffen Neutsch, Bruno Engel, Justus Sommer, Jonny Hector
Da ich nicht den gesamten Verlauf des Kampfes verfolgen konnte, gibt es nur eine kurze Zusammenfassung, gefolgt von einem ebenso kurzen Ausblick auf die restlichen drei Runden.
Levi machte von Beginn an Druck, gewann zwei Figuren für den Turm und vermutlich deshalb auch die Partie.
Julijan spielte mit Schwarz sehr aktiv, vor allem am Königsflügel, und konnte diesen Druck in einen vollen Punkt verwandeln.
Stellans Gegner wählte die Leningrader Variante der Holländischen Verteidigung und hätte sich im Verlauf der Partie vermutlich gewünscht, dass er den Zug f5-f7 ausführen kann – ich spreche da aus eigener Erfahrung.
Sergej konterte den Reti-Aufbau seines Gegners mit dem Londoner System, gewann eine Qualität und bald danach auch die Partie.
Steffen wählte mit Weiß den klassischen Königsinder, als ich nach dem Besuch im Tryp Windham wieder im Vereinsheim angekommen war, war er schon fertig.
Bruno spielte mit Schwarz gegen den stärksten Schwartauer sehr aktiv. Irgendwie kam ihm dabei ein Bauer abhanden, der im Endspiel dann den Ausschlag gab.
Justus folgte dem ersten Teil des Dogmas von Robert Hübner, der gesagt hat, dass man sowohl den klassischen Spanier als auch den offenen Sizilianer spielen muss, um ein Grundverständnis des Schachspiels zu erlangen. Nach meinem Eindruck stand er immer leicht besser, warum er am Ende gewonnen hat, entzieht sich meiner Kenntnis.
Jonny griff entgegen seiner Gewohnheit nicht sofort an, sondern spielte positionell. Neben Steffen (5,5 aus 6) und Stellan (3,5 aus 4) ist er bisher unser erfolgreichster Spieler (4,5 aus 5), warum er gewann, kann ich aus denselben Gründen wie bei Steffen nicht sagen.
Nach diesem 7-1-Sieg sind wir nach wie vor Tabellenführer. Erster Verfolger ist die zweite Mannschaft des FC St. Pauli, die gegen Norderstedt zu einem unerwartet hohen 7-1-Sieg kam und bei gleicher Anzahl von Mannschaftspunkten jetzt 3,5 Brettpunkte Rückstand hat. Wir spielen noch gegen Königsspringer Hamburg, SK Norderstedt und die dritte Mannschaft des HSK. Um es mit Horst Hrubesch zu sagen: Wenn wir alle schlagen, können wir es schaffen! Und um eine ernsthafte Prognose abzugeben: Noch ist nichts entschieden, man wird sehen, welche Mannschaft sich am Ende für den Stichkampf gegen den Sieger der Oberliga Nord, Staffel West, qualifiziert.
Hier noch der aktuelle Stand der Dinge: https://ergebnisdienst.schachbund.de/bedh.php?liga=olnn
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