In der vierten Runde spielte die erste Mannschaft gegen die zweite Mannschaft von Doppelbauer Kiel, die ebenso wie wir diverse Nachwuchstalente einsetzen. Wir konnten zum ersten Mal in dieser Saison in Bestbesetzung antreten und waren deshalb optimistisch, was den Mannschaftskampf angeht. Am Ende gab es in der Tat einen ungefährdeten 6,1-1,5-Erfolg. Damit sind wir Tabellenzweiter hinter Norderstedt, die bisher alle Kämpfe gewinnen konnten. Die Tabelle zeigt ein ungewöhnliches Bild, weil die letzten vier Mannschaften insgesamt bisher nur einen Mannschaftspunkt geholt haben: https://ergebnisdienst.schachbund.de/bedh.php?liga=olnn.
Nachfolgend eine kurze Zusammenfassung der einzelnen Partieverläufe, basierend auf einer jeweils einminütigen Analyse mit Hilfe von Stockfish.
Brett 1 Mats Beeck - Julijan Plenca

Weiß stand nach der Eröffnung besser und hätte mit 16.Sd4 0-0 17.Dxe7 Dxd4 18.Le3 den Vorteil ausbauen können. Stattdessen spielte er 16.Se4 und nach 16....0-0 17.Lg5 Sbd7 18.Dxe7 Dxe7 19.Sxf6 Dxf6 20.Lxf6 Sxf6 entstand ein leicht besseres Endspiel für Schwarz, das er dann gewinnen konnte.
Brett 2 Levi Malinowsky - Niklas Callsen

Der Angriff von Schwarz wäre schneller gewesen als der weiße, wenn er hier 26....Dd6 27.Sb3 Tc3 gespielt hätte. Nach 26...Le8 27.h5 gxh5 28.Tg5 b3 29.c4 a4 30.Tdg1 a3 31.Txg7 Lxg7 32.Lh6 hatte Weiß Gegenspiel und konnte nach einem weiteren Fehler von Schwarz gewinnen.
Brett 3 Holger Hebbinghaus - Bruno Engel

Diese Partie bewegte sich durchgehend zwischen +0,2 und -0,2. Magnus Carlsen hätte am Ende wahrscheinlich mit beiden Farben auf Gewinn gespielt, aber ich denke, die Remisvereinbarung ging für beide Spieler durchaus in Ordnung.
Brett 4 Justus Sommer - Bjarne Vollbehr

Weiß stand aus der Eröffnung heraus klar besser und hätte mit 30.Th6 Df7 31.Df6 den Damentausch erzwingen können. Stattdessen spielte er 30.Lf5 De7 31. Tc1 und stand nach 31....Lf4 schon auf Verlust, weil nach 32.Dxf4 Dxf6 der Läufer f5 verloren geht (33.De5 Dg5 nebst Matt).
Brett 5 Alexander Bräutigam - Jonny Hector

Schwarz hatte schnell bequemen Ausgleich. Nach 28....e5 griff Weiß mit 29.Sxe5 fehl, es folgte 29....Sxe5 30.dxe5 fxg4. Mit 29.Lxf5 hätte Weiß den Nachteil noch in Grenzen halten können.
Brett 6 Stellan Brynell - Bülent Saglam

Weiß stand schon nach acht Zügen besser und vergrößerte seinen Vorteil mit 11.b4 cxb4 12.cxb4 Dc7 13.Sb5 Db8 14.Lf4. Der Rest war dann eine Sache großmeisterlicher Technik.
Brett 7 Jonas Stegert - Sergey Kalinitschew

Weiß spielte in dieser Stellung 49.Ke2 Sd5 50.Sd1 und stand nach 50....c4 auf Verlust. Mit 49.Kc2 Sh5 50.Se2 hätte er noch hartnäckigen Widerstand leisten können.
Brett 8 Steffen Neutsch - Katerina Bräutigam

Weiß hatte seinen Turm frühzeitig auf der dritten Reihe aktiviert und stellte mit 18.Te3 diverse Abzugsdrohungen mit seinem Läufer auf, die Schwarz nur durch Wegzug der Dame und Aufgabe des Bauern c5 parieren konnte. Am Ende ergab sich ein leicht gewonnenes Turm-Läufer-Endspiel.
