Ullrich Krause

Saturday, 23 March 2013 12:26

Viererpokal - Liveticker

Hier die Ergebnisse der ersten beiden Wettkämpfe der Zwischenrunde:

HSK - Norderstedt 2 - 2
Brett 1: Svane - Feuerstack 0 - 1
Brett 2: Colpe - Zierke 1 - 0
Brett 3: Lampert - Michna Ch 0,5 - 0,5
Brett 4: Högy - Jochens 0,5 - 0,5

Kreuzberg - LSV 2,5 - 1,5
Brett 1: Kalinitschew - Schmidt 0,5 - 0,5
Brett 2: Glantz - Krause 1 - 0
Brett 3: Glinke - Kevorkov 0,5 - 0,5
Brett 4: Schmidt-Schäffer - Christ 0,5 - 0,5

Am kommenden Wochenende dürfen wir die Zwischenrunde im Viererpokal auf Bundesebene ausrichten. Gespielt wird am Samstag ab 14 Uhr und am Sonntag ab 10 Uhr, und es handelt sich dabei um das Achtel- und Viertelfinale, d.h. es sind noch sechzehn Mannschaften im Wettbewerb. Ein Sieg am Samstag würde die Qualifikation für die Zwischenrunde im kommenden Jahr bedeuten, und ein weiterer Sieg am Sonntag sogar den Einzug in die Endrunde der letzten vier Mannschaften.
Diese Ziele streben außer uns aber noch der HSK, der SK Kreuzberg und der SK Norderstedt an, so dass es alles andere als leicht werden wird. Eine angenehme Abwechslung zum Abstiegskampf in der zweiten Liga ist dieses Wochenende aber in jedem Fall!
Für interessierte Schachfreunde von außerhalb hier noch einmal der Link mit der Wegbeschreibung zu unserem Spiellokal: http://goo.gl/maps/u5psS

Sunday, 17 March 2013 20:35

LSV-Tegel

Am 17.März hatten wir den designierten Aufsteiger aus Tegel zu Gast. Um es kurz zu machen: Obwohl wir den Kampf an den ersten vier Brettern überraschenderweise ausgeglichen gestalten konnten, unterlagen wir erwartungsgemäß deutlich mit 2,5-5,5 und müssen jetzt in der letzten Runde unser "Endspiel" in Kassel gewinnen, um die Klasse mit Sicherheit zu halten. Nachfolgend mein erster Sieg gegen einen Großmeister - im Anhang auch die pdf-Datei.
[pgn]
[Event "?"]
[Site "?"]
[Date "2013.03.17"]
[Round "?"]
[White "Krause, Ullrich"]
[Black "Muse, Mladen"]
[Result "1-0"]
[ECO "E68"]
[Annotator "Krause,Ullrich"]
[PlyCount "97"]
[EventDate "2013.??.??"]
[SourceDate "2013.03.17"]

1. Nf3 Nf6 2. c4 g6 3. g3 Bg7 4. Bg2 O-O 5. O-O d6 6. d4 Nbd7 7. Nc3 e5 8. e4
a6 9. Re1 exd4 10. Nxd4 Ne5 ({Die Stellung nach 8....a6 hatte ich am
Sonntagmorgen bei der Vorbereitung auf dem Brett. Anstelle des Hauptzuges 9.h3
entschied ich mich für 9.Te1, weil ich in der als kritisch angesehenen Variante
} 10... Ng4 11. h3 Qf6 12. hxg4 Qxd4 13. Nd5 c6 14. Ne7+ Kh8 {die Neuerung} 15.
Bf4 {ausprobieren wollte. Die Stellung nach 10...Se5 habe ich heute allerdings
zum ersten Mal gesehen...}) 11. b3 c5 12. Nc2 Bg4 13. f3 Be6 14. Bb2 Qc7 {Der
ganze schwarze Aufbau und speziell dieser Zug erscheinen mir zu passiv.
Schwarz sollte meines Erachtens möglichst schnell ...b5 spielen und dabei
nicht so sehr auf den schwachen Bauern d6 achten. Andererseits hat mein Gegner
sicherlich mehr Erfahrung als ich mit diesem Stellungstyp und deswegen bin ich
mir da nicht hundertprozentig sicher :-)} 15. Qd2 Rfd8 16. Rad1 Rab8 17. f4 Nc6
18. f5 Bd7 (18... gxf5 19. Ne3 Nxe4 (19... Nd4 20. exf5 Nxf5 21. Nxf5 Bxf5 22.
Qg5 Bg6 23. Rf1 {mit klarem Vorteil}) 20. Bxe4 fxe4 21. Ncd5 Qc8 22. Nb6 Qc7
23. Ned5 {und gewinnt}) 19. Ne3 Qa5 20. g4 Ne8 {sonst wird der schwarze Läufer
nach g5 und f6 auf f8 eingemauert} 21. Ned5 ({Die Alternative war} 21. g5 Bd4
22. Kh1 Nc7 23. Ng4 Ne5 {mit einer unklaren Stellung}) 21... Nd4 {Dieser
natürliche Zug ist erstaunlicherweise ein Fehler.} 22. Qf2 Bc6 23. fxg6 (23. f6
Bh6 24. Rxd4 cxd4 25. b4 {hätte sofort gewonnen, aber auch der gespielte Zug
sollte die Partie entscheiden}) 23... fxg6 24. Ne7+ (24. b4 cxb4 25. Ne7+ Kh8
26. Ncd5 {wäre der Gewinnweg gewesen. Die von mir gespielte Fortsetzung
gewinnt nicht nur nicht, sondern führt unmittelbar zu einer Verluststellung
für Weiß.}) 24... Kh8 25. Qf7 (25. Qh4 g5 26. Qxg5 Ne6 27. Qc1 {wäre auch eine
gute Idee gewesen.}) 25... Nf6 26. Re3 Be8 {Diesen Zug hatte ich vollkommen
übersehen. Weiß muss jetzt eine Figur geben, ohne ausreichende Kompensation
dafür zu erhalten.} 27. Nxg6+ hxg6 28. Rh3+ Nh7 29. Qf2 g5 {Auch dieser
naheliegende Zug ist erstaunlicherweise ein Fehler.} ({Die richtige
Verteidigungsidee wäre} 29... Rd7 30. Qh4 Be5 {gewesen.}) 30. e5 Bg6 31. Ne4 ({
Nach} 31. Be4 Bxe4 32. Nxe4 Rf8 33. Qg2 {steht Weiß trotz der Minusfigur
besser. Am besten gefällt mir die Variante} Rbe8 34. Nxg5 Rxe5 35. Rxh7+ Kg8
36. Rxg7+ Kxg7 37. Qxb7+) 31... dxe5 (31... Rf8 {wehrt den Angriff ab.
Unmittelbar nach der Partie wies Mladen auf diesen Zug hin.}) 32. Nxg5 Kg8 33.
Rxh7 {Diesen Zug hatte Mladen offenbar übersehen.} Qb6 (33... Bxh7 34. Qf7+ Kh8
35. Qh5 {sieht vernichtend aus, aber die Stellung nach} Nf3+ 36. Bxf3 Rxd1+ 37.
Bxd1 Qe1+ 38. Kg2 Qd2+ 39. Kh3 Qd3+ 40. Bf3 Kg8 {ist ziemlich unklar}) 34.
Rxg7+ Kxg7 35. Qe3 Qd6 36. Bd5 {Erstaunlicherweise hat Weiß jetzt trotz der
Minusqualität eine sehr gute Stellung. Das Läuferpaar und die beiden
verbundenen Freibauern entscheiden letzten Endes die Partie.} Re8 37. h4 Re7
38. h5 Bh7 ({Ich hatte} 38... Bc2 {erwartet. Nach dem Abtausch des Springers
gegen den verbliebenen Läufer von Schwarz wird die Stellung endgültig
hoffnungslos.}) 39. Rf1 Rf8 40. Nxh7 Rxf1+ 41. Kxf1 Kxh7 42. g5 Re8 43. Bf7 Qc6
44. Bd5 (44. g6+ Kg7 45. h6+ {hätte sofort gewonnen:} Kh8 (45... Kf6 46. Bxd4
Qh1+ 47. Ke2 exd4 48. Qxe8) (45... Kf8 46. Bxe8 Qh1+ 47. Qg1 Qh3+ 48. Qg2 Qd3+
49. Kg1 Kxe8 50. h7) 46. Qxe5+) 44... Qd7 45. Qe4+ Kh8 46. Kg2 Qg7 (46... Qh7
47. Qxh7+ Kxh7 48. Be4+ Kh8 49. h6 Rd8 50. g6 b6 51. Kg3 {ist ebenfalls für
Weiß gewonnen.}) 47. Bc1 Qd7 48. g6 Re6 49. h6 1-0
[/pgn]

Sunday, 03 March 2013 21:15

NDBMM 2013 in Wittenberge (Update)

Am Sonntag, den 3.März, fand in Wittenberge die Norddeutsche Blitzmannschaftsmeisterschaft 2013 statt. Da wir uns nach einigen Jahren der Abstinenz mal wieder für dieses Turnier qualifiziert hatten, trafen wir uns um 8:30 Uhr bei der Gärtnerei Aeschlimann in Groß Grönau. "Wir" waren Thomas Thannheiser, Kevin und Martin Kololli, Alexander Rieß und ich, und der Treffpunkt war der Tatsache geschuldet, dass ich im vergangenen Sommer in meine alte Heimat gezogen bin und der Weg nach Wittenberge über die A 20 führt. Nach einer Stunde auf der Autobahn und einer weiteren auf diversen Landstraßen (immerhin weiß Thomas jetzt nicht nur, dass es so etwas wie Grabower Küsschen gibt, sondern auch, wo sie produziert werden) kamen wir sehr pünktlich in Wiitenberge an. Da der Turnierleiter fast eine halbe Stunde auf drei fehlende Spieler einer Mannschaft wartete (von denen zum tatsächlichen Turnierbeginn zwei immer noch nicht anwesend waren), begann das Turnier sogar erst um 11:30 Uhr - eine Entscheidung, die in Anbetracht der langen Anreise nicht bei allen Mannschaften auf Verständnis traf.
Unsere Aufstellung ergab sich zwingend aus der Tatsache, dass Thomas und unsere drei Talente bei der Landesmeisterschaft die Qualifikation erspielt hatten und jetzt einen Fahrer benötigten. Allen Skeptikern zum Trotz spielten Kevin, Martin und Alexander bei ihrer ersten Norddeutschen munter mit und brachten etliche gestandene Blitzspieler in arge Schwierigkeiten. Erstaunlicherweise gab es auch gegen Ende des Turniers, das lang, hart und bitter sein kann (ich spreche da aus leidvoller Erfahrung), keinen Einbruch bei einem der Drei, so dass wir am Ende mit 14 Mannschafts- und 36 Brettpunkten den 22.Platz belegen konnten - unter anderem nur drei Punkte hinter der deutlich erfahreneren Mannschaft aus Schwarzenbek, der wir in diesem Jahr aber noch ebenso deutlich unterlagen.
Alles in allem hat es mir wirklich Spaß gemacht, mit unseren drei Musketieren zu spielen. Ich bin mir sehr sicher, dass das nicht die letzte Teilnahme von Kevin, Martin und Alexander bei einer NDBMM war. Ich bin mir aber nicht so sicher, ob Thomas und ich in zwei, drei Jahren noch die ersten beiden Bretter in dieser Mannschaft besetzen würden.
Im Anhang noch die vollständige Kreuztabelle und unsere Einzelergebnisse. Vielleicht erhalte ich ja auch noch ein paar schöne Bilder...

Sunday, 24 February 2013 16:47

LSV I - Werder Bremen II

Am 24.Februar waren die Schachfreunde aus Bremen zu Gast, darunter auch unser ehemaliges Vereinsmitglied Olaf Steffens. Da sich auch im Nachbarraum beim Kampf LSV II - Norderstedt II viele alte Bekannte einfanden, war die Stimmung sehr gelöst, was der Kampfeslaune aller Akteure aber keinen Abbruch tat.
Im Nachhinein betrachtet wurde unser Kampf um 11:29 Uhr entschieden, als Dirk nach einem echten Husarenritt aus Kiel gerade rechtzeitig am Brett erschien, denn ca. vier Stunden später war er der Matchwinner zum 4,5-3,5. Aber der Reihe nach:
Harald spielte am ersten Brett einen ruhigen Italiener und konnte seinen Gegner in einem scharfen Turmendspiel überspielen.
Michael (K.) verlor am zweiten Brett unmittelbar nach der Eröffnung die Qualität, aber der Marcoy-Aufbau hält anscheinend so Einiges aus. Nach einigen Verwicklungen und ausgelassenen Gewinnchancen musste er am Ende dann doch die Waffen strecken.
Der Gegner von Frerik spielte witzigerweise eine Nebenvariante, die ich mir am Vorabend auch angeschaut hatte - für den Fall, dass ich gegen Olaf hätte spielen müssen. Nach langem Nachdenken konnte Frerik dem von Marin empfohlenen Aufbau den Zahn ziehen und ausgleichen. Aber auch im Endspiel hatten beide Parteien noch viele Ideen inklusive beidseitigem Qualitätsopfer, bevor dann Remis vereinbart wurde.
Meine neue Eröffnungswaffe gegen das angenommene Damengambit (7.dxc5 mit frühem Damentausch) erwies sich als ziemlich stumpfes Schwert. Remis nach 25 Zügen.
Christoph musste gegen seinen alten Trainer spielen (lang, lang ist's her...) und stand schon nach der Eröffnung anrüchig. Am Ende landete er in einem Damenendspiel mit zwei Minusbauern, das glatt verloren war.
Michael (E.) gewann relativ schnell die Dame, nachdem sein Gegner mit derselben auf b2 genommen hatte. Danach musste er aber noch hart arbeiten, um die schwarze Festung zu knacken.
Der Gegner von Dirk spielte ebenfalls einen Marcoy-Aufbau, in dem Schwarz aber schnell ausgleichen konnte. Das Endspiel mit Türmen und ungleichfarbigen Läufern und einem Mehrbauern für Schwarz war dann langsam aber sicher gewonnen für Schwarz.
Ralf sah sich mit einer echten Neuerung im Slawen konfrontiert (1.d4 d5 2.c4 c6. 3.Sf3 Sf6 4.e3 Lf5 5.Sc3 e6 6.Sh4 Lg4 7.Db3 Sfd7!?) und verzichtete am Brett darauf, den einzigen Widerlegungsversuch 8.Dxb7 auf seine Stichhaltigkeit hin zu prüfen. Stattdessen spielte er 8.Sf3 Db6, wonach Schwarz vermutlich Ausgleich hat und am Ende auch ein Remis erreichte.
Alles in allem ein verdienter Sieg für uns, der sich im Kampf um den Klassenerhalt noch als sehr wichtig erweisen könnte.