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An dieser Stelle noch ein Blick zurück auf das vergangene Wochenende (09./10.06.18). Bei der Jugend stand das Saisonfinale auf dem Plan. Hier galt diesmal das besondere Interesse an der zentralen Endrunde der Jugendbundesliga Nord (West), die in der Mensa des Coppernicus- Gymnasiums in Norderstedt (Harksheide) ausgetragen wurde. Diese Wettkämpfe versprachen Spannung und unsere Neugier war groß. So groß, dass wir (Jan-Henrik Plackmeyer, Thilo Koop und der Berichterstatter) uns am Samstag auf den Weg in das Hamburger Randgebiet machten. Mein Navi-App hatte zunächst nicht so viel Interesse an dem Ausflug und versuchte, uns eine kleine Siedlung mit Einfamilienhäusern als Spielort weiszumachen. Placky hingegen war ortskundig und brachte uns ohne technischen Schnick-Schnack zum begehrten Ziel. („Zuerst müssen wir bemerken, dass die Welt kugelförmig ist“ (N. Coppernicus)).

Hier waren alle Wettkämpfe noch im vollen Gange und Konkretes war nicht erkennbar. Deshalb an dieser Stelle ein kleiner Rückblick in die Saison 2013/14. Wir waren in die JBL aufgestiegen. Ein relativ junges (Altersdurchschnitt 13/14), aber nicht unbedingt unerfahrenes Aufgebot. Schließlich hatte man im Jahr 2012 die DJVM der AK U 12 gewonnen. Die Stammbesetzung lautete K. Kololli, M. Kololli, H.-D.. Neagra, B. Pommerenke, N, Birkhahn, J. Linowitzki und A. Rieß. Allerdings spielte Birger nur 3 Partien und Horia-Dimitru war zweimal nicht erschienen, was, der Turnierordnung entsprechend, zum sofortigen Ausschluss führte. Mit Siegen über SK Delmenhorst (damals mit D. Kollars an Brett 1), Stader SV  und Diogenes Hamburg, sowie Punkteteilungen mit Wildeshausen und dem HSK (!) lagen wir vor der letzten Runde hinter Doppelbauer Kiel (noch) auf einem Abstiegsplatz. Die Ausrichtung dieser zentralen Endrunde lag in der Verantwortung von Königspringer Hamburg. Dann die letzte Runde. Dramatik pur. Es ging gegen SV Hagen und nur Frederik Svane, Mattis Birkhahn und Jakob Linowitzki hatte den Spielort erreicht. Das andere Auto mit beiden Kolollis sowie Alexander hatte sich im Hamburger Verkehrsgestrüpp völlig verfranzt. Grund war ein Marathon. Alle zum Ziel führenden Straßen gesperrt. Ein unübersichtliches Umleitungs-Wirr-Warr zerrte an Martinas Nerven. Vater Torsten im fernen Groß Grönau konnte auch nicht groß helfen. Ersparen wir weitere Einzelheiten. Jedenfalls konnte das Vereinsheim von Königspringer nicht binnen Karenzzeit erreicht werden. Dort war gegen SV Hagen die Niederlage leider perfekt. Mattis und Jakob hatten verloren, Frederik gewonnen und das macht mit drei kampflosen Brettern 1:5.

Die Stimmung war Moll. Erstes Jahr in der JBL, gut mitgehalten und am Ende doch aufgrund von Umständen abgestiegen, die außersportlicher Natur waren. Bitter! Also zur Saison 2014/15 neuer Anlauf in der Landesliga. Doch dann ungläubiges Staunen. In der Schlusstabelle lag plötzlich Kiel auf dem Abstiegsplatz und nicht wir. Was war geschehen? Des Rätsels Lösung kam rasch. Delmenhorst hatte tags zuvor gegen uns zwei nicht spielberechtigte Spieler eingesetzt und so wurde aus unserem 3,5:2,5 unverhofft ein 6:0, was uns an Doppelbauer, gleichermaßen noch auf der Ziellinie, noch vorbei ziehen ließ.

In ein solches Dilemma sollten wir nicht mehr kommen. In den folgenden Spielzeiten waren der HSK, Doppelbauer Kiel und wir in dieser Liga tonangebend. 2014/15 holten wir mit K. und M. Kololli, T. Poghosyan, A. Rieß, F. Svane, F.-N. Tiedemann, J. Linowitzki und R. Trede hinter dem HSK und vor Doppelbauer Platz 2 und in der Folgesaison in fast gleicher Besetzung (A. Rieß und T. Poghosyan hatten getauscht) wiederum den Vizetitel. Jetzt war Doppelbauer vorn und der HSK auf 3.

Mittlerweile wurde Alexander der FM-Titel (die Normen hatte er mit 13 Jahren erbracht). Die neue Stammbesetzung ging mit M. Kololli, A. Rieß, K. Kololli, T. Poghosyan, F. Svane, F.-N. Tiedemann und dem aufstrebenden Talent T.-L. Bosselmann ins Rennen. Am Saisonende leider nur Rang 3, weil wir sowohl gegen den Ersten (HSK) als auch den Zweiten (Doppelbauer Kiel) verloren hatten.

Nun geht die Saison 2017/18 zu Ende. Zeit also, uns wieder dem Harksheider Spiellokal zuzuwenden. Die handelnden Personen für die Saison sind unverändert, wenn auch in neuer Ordnung und die hieß jetzt A. Rieß, M. Kololli, F. Svane, T. Poghosyan, K. Kololli, T.L. Bosselmann, F.N. Tiedemann und T. Rietschel.

Zwar waren vor dieser Zentralrunde Tabellenführer, vor uns lag aber jener mächtige Brocken HSK, der alle Träume und Hoffnungen zerstören konnte. Frühzeitig war Tom Linus fertig. Er wählte das scharfe Evans-Gambit, allein nach 15 Zügen war eine Zugwiederholung unausweislich – remis.

Thilo ging gucken und kam mit der Expertise „sieht gut aus“ zurück. Er sollte Recht behalten. Kurz darauf erschien Frederik mit seinem Partieformular - „gewonnen“. Davon waren Thilo und ich aber schon vorher überzeugt (Thilo vielleicht etwas mehr als ich). Ein Qualitätsopfer brachte hier die Entscheidung. Mehrere Bauern als Kompensation und als diesen noch ein Figureneinsteller folgte war es auch genug.

2,5:0,5 durch Fin Niklas Ein flotter Angriffssieg mit Schwarz:

Martin machte den Sack zu. Seit einem Qualitätsgewinn im 18. Zug und einem weißen „blunder“ sieben Züge später stand er eigentlich durchweg auf Gewinn. Die beiden verbleibenden Paarungen an Brett 1 Alexander gegen L. Engel und an Brett 6 Vitus gegen A. Fuhrmann waren zwar wichtig, aber eben nicht mehr entscheidend. Mit dem deutschen U16-Vizemeister (DWZ 2417) hatte Alexander wohl die schwerste Aufgabe zu bewältigen. Aber er hielt Stand und nach 55 Zügen einigte man sich auf Remis. Blieb noch Brett 6 wo Vitus es mit einem sizilianischen „Drachen“ zu tun bekam. In einem T/L-Endspiel musste Vitus mit einigen anfälligen Bauern klar kommen. Trotz aller Mühen konnte er den Verlust von zwei Bauern nicht kompensieren und so ging dieser Punkt nach Hamburg. Egal, es war glücklicherweise belanglos. Der gefürchtete Brocken war verschlungen und die Bahn frei, um anderentags daran zu gehen, erstmals die Meisterschaft nach Lübeck zu holen.

In der letzten Runde lag nun alles in eigener Hand. Große Spannung war aber nicht angesagt. Kein Wunder, selbst eine 2:4 – Niederlage(falls Doppelbauer gegen Post Uelzen 6:0 gewinnt) hätte die Jungs nicht mehr von Platz 1 schubsen können. Doch mit solchen Spekulationen wollte man sich erst gar nicht befassen. Ein bereits vor dieser Endrunde beschlossener Spielerwechsel wurde umgesetzt. Für Alexander und Vitus kamen Tigran Poghosyan und Tilo Rietschel in dir Mannschaft. Tom begnügte sich mit einem Remis in einem (leicht besser stehenden) Damenendspiel. Fin Niklas schien an diesem Wochenende sich einiges vorgenommen zu haben. Nochmal Schwarz und wieder ein flotter Start-Ziel-Sieg, ohne vieles Federlesens. Ihm folgte in ähnlicher Weise Tilo. Springer auf f6, beide Türme auf die h-Linie – das war´s. Es folgte Martin. Auch er gewann. Nicht nur das, es war sein neunter Sieg aus 9 Spielen. Besser geht wohl kaum. Martin war so freundlich, uns seine Partie mit einigen eigenen Kommentaren zur Verfügung zu stellen.

Wenige Tage nach diesem Wettkampf durften wir erfahren, dass die FIDE Martin den Titel „FIDE Master“ verliehen hat. Hierzu unseren Glückwunsch und Anerkennung.

Zum Schluss spielten nur noch Frederik und Tigran. Ich schaute mir das an – und es sah nicht sehr ersprießlich aus. Tigran hatte ein schlechtes Turmendspiel, das er letzten Endes nicht halten konnte und Frederik musste sich etwas einfallen lassen, denn ihm war im Mittelspiel ein Springer abhandengekommen. Immerhin konnte er seine Freibauern aktivieren und die gegnerischen Bauern eliminieren. Zum Schluss blieb ein, na sagen wir mal „Endspiel“ von Bauer gegen Springer – remis.

„Aus Aus Aus der LSV ist Meister der Jugendbundesliga“ (frei nach Herbert Zimmermann , 04.07.54 in Bern).

Gruppenleiter Heiko Spaan war eigens angereist, um die Siegerehrung durchzuführen. Unser Dank geht an alle Spieler und Spielerinnen, die die Meisterschaft nach Lübeck geholt haben. Inklusive die Teamleiterin Kirstin Bosselmann. Denn: "Auf jedem Schiff, das dampft und segelt, gibt es einen (oder eben eine), der/die die Sache regelt“.

Dieser Titel ist weiterführend, nämlich zur Deutschen Vereinsmeisterschaft U20. Dieses Turnier wird zwischen Weihnachten und Neujahr in Osnabrück ausgetragen und mit großer Freude durften wir erfahren, dass unser Ex-Jugendwart Bernhard Weber das Team dort betreuen wird. Das war der große Wunsch der Mannschaft!

Nach einem gemeinsamen Besuch der Eisdiele „Fantasia“ ging es heim.

Hier noch ein paar Bilder mit Dank an Jürgen Bosselmann, Alberto Moliterno und Eberhard Schabel. Letzteren auch für die gesamte Ausrichtung der Veranstaltung.

 

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