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Nach langer Zeit mal wieder ein Kampf in der Bezirkliga B Ost, dann noch gegen Bad Schwartau und Ede ist nicht da - er spielte lieber Hunderte Kilometer entfernt am Tegernsee eine Partie Schach gegen Andrea Schnell - was soll da im Verein noch funktionieren? Aus diesem Grund habe ich den geforderten Bericht zum Schachkampf auch zwei Tage vor der Austragung fertiggestellt und er endet jetzt mit dem folgenden Satz: "Und als ich spät in der nach das LSV-Vereinsheim verließ, regnete es auch noch".

 

Aber vielleicht ist mir der Blick auf die Schönheiten auch einfach nur versperrt. So machte mich Martin Herrnkind während des laufenden Spiels auf das Brett 5 aufmerksam: "Das muss man doch irgendwie erwähnen." - Schwarz mit Weiß gegen Weiss mit Schwarz hatte er dort entdeckt, mir ist das völlig verborgen geblieben. Und trotz dieses Hinweises ist es mir verschlossen geblieben, ob Weiss mit Schwarz über die weißen Felder in die Stellung von Schwarz eindrang, um den weißen König auf dem schwarzen Feld mit einem schwarz-weißfeldrigen Bauernduo zu erledigen. Obendrein ignoriere ich hiermit den guten Grundsatz "No jokes with names". Jedenfalls siegte Michael Weiss gegen Günther Schwarz doch recht sicher und stellte damit den 3:1-Zwischenstand her.

Zuvor hatte Albert Gruber schnell gegen Karsten Schwerdt gewonnen, es war wohl knapp eine Stunde nach Anpfiff vergangen. Michael hatte vom Nebenbrett allerdings bemerkt, dass der Sieg nicht ganz sauber gewesen sein könnte - Albert und auch Karsten übersahen einen Figurenverlust bzw. Figurengewinn. Also vielleicht eine wackelige Sache an Brett 6. Stefan Gosch und Jens Hollatz trennten sich nach 20 Zügen unspektakulär mit Remis. Kann man sicher machen, kann man sicher auch noch endlos weiterspielen, aber eben ein typisches Remis innerhalb eines Mannschaftskampfes zum 1,5:0,5 für uns. Meine Eröffnungsrede (90 Minuten) war kurz gefasst und gut - das Beste, was ich am Abend geleistet habe. Nachdem ich am vorherigen Sonntag in der Landesliga noch ganz zufrieden mit einem Spiel gewesen bin, fand ich gegen Jaron Schindel überhaupt keinen Zugriff auf die Partie. Ich hatte irgendwie das Gefühl, dass Jaron mehr sah und mehr von der Stellung auf dem Brett begriff als ich. Mein Remisangebot nach 22 Zügen begründete sich dann auch in meiner Angst, die Stellung noch zu versieben, aber (angesichts des nun schon offensichtlichen Vorteils bei Michael an Brett 5) sollte mit einem potenziellen 3:1-Vorsprung der Kampf wohl nicht mehr verloren gehen. Ohne eine Stellungsbeurteilung (von mir, ja klar auch), hätte ich die Partie aber weiterspielen sollen, was man wohl immer tun muss, wenn man gewinnen will. Jedenfalls hätte meine Partie noch ein Zünglein an der Waage spielen können.

Frank Jankowiak hatte sich an Brett 2 gegen Domenico Wrütz verspekuliert und stand nun mit einer zerfetzten Bauernstruktur und einer Minusqualität vor dem Nichts. Immerhin war Domenico etwas in Zeitnot, daher wohl ein unkluger Pendelzug mit dem Turm - Frank schob noch ein Remisangebot hinterher, was nach kurzer Zeit akzeptiert wurde. Hier hätte Schwartau wohl weiterspielen müssen mit guten Erfolgsaussichten und deswegen hätte meine Partie noch am Laufen sein müssen in der Hoffnung auf irgendetwas.

So eine Hoffnung ist natürlich auch immer Martin Herrnkind mit seinen Stellungen, aber gegen Michael Bielfeldt hatte er eine Abwicklung - auch um den 20. Zug herum - fehl eingeschätzt und sein Läuferpaar plus Springer plus Turm entwickelten überhaupt keine Aktivität gegen Michaels Turmpaar plus Springer. Knapp zehn Züge später ging die schwarze Stellung den Bach runter.

Das war das 3,5 für uns, große Freude empfand ich nicht. Nicht mal Erleichterung. Zum Abschied fiel mir für Schwartau nichts besseres ein als ein "Ich wünsch euch weiterhin noch eine schöne Saison."

Am 26. November geht es für uns weiter mit einem Heimspiel gegen Kücknitz. Hoffentlich dann mit Ede, damit es mit unserem Verein wieder klappt.