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Alljährlich zwischen Ostern und Pfingsten liegen für die Schachjugend von Schleswig-Holstein zwei wichtige Veranstaltungen an. Zunächst die Landeseinzelmeisterschaften (LEM) mit Ausspielung der Qualifikationsplätze für die Deutsche Jugendmeisterschaft und zum anderen die Landesvereinsmeisterschaften (LVM). Hier werden die Teilnehmer zu der „Norddeutschen“  bzw. der „Deutschen“ ermittelt.

In beiden Veranstaltungen war der Lübecker SV in den Jahren zuvor nicht gerade erfolglos. Die LVM werden als Mannschaftsturnier in den AK U10, U12, U14, U16 und in der offenen U14w ausgetragen. Sowohl 2018 als auch 2017 konnten fast sämtliche Siegerplätze durch den LSV-Nachwuchs belegt werden.

Nachdem 2017 die Veranstaltung in Bad Segeberg ausgetragen wurde und 2018 Lübeck selbst als Gastgeber auftrat, war am 11. Mai 2019 das im Bezirk West gelegene Elmshorn Austragungsort. Das bedurfte der frühzeitigen Organisation, der möglichen Beseitigung von Terminkollisionen und intensiver Beratung über die Mannschaftslisten. Dann aber war es geschafft. Alle Altersklassen konnten besetzt werden und in der U10 sogar doppelt. Am Austragungstag machte sich ein Tross von 26 Kindern und Jugendlichen mit Eltern und Betreuern auf an die Westküste.

Verteilt auf 3 Räume hatten alle Spielerinnen und Spieler im „Haus der Begegnung“ ausreichend  Platz.

Ausgeschrieben waren 5 Runden nach Schweizer System mit 30-Minuten-Partien mit dem Zusatz “Der Modus und die Bedenkzeit sind so geplant und angestrebt, sie können sich aber je nach Anzahl der teilnehmenden Mannschaften noch ändern“ – davon hatte man aber keinen Gebrauch gemacht, obwohl es sich in den AK 12 und AK 16 durchaus angeboten hätte.

Insbesondere in der U 10, in der U 16 und natürlich in der U 14w rechneten wir uns gute Titelchancen aus. Schauen wir mal wie es gelaufen ist.

,,,und darum ging es natürlich auch:

LVM ELMAHORN 2019

Foto: SJSH

U10

Hier war Doppelbauer Kiel wohl unser härtester Konkurrent auf dem Weg zur Deutschen Meisterschaft. Bekanntlich wird in dieser AK die DVM nicht mehr als Offenes Turnier („Jeder kann mitmachen“) ausgetragen. Offenbar war der Ansturm zwischen Weihnachten und Silvester so gewaltig, dass man der U10-Masse nicht mehr Herr wurde. Vielleicht aber waren es auch andere Gründe. Immerhin bedarf es in dieser AK nicht eines „Umweges“ über eine NVM. Umso wichtiger für uns, in Elmshorn gut abzuschneiden. Denn nur für den Sieger geht es vom 27.-29.12.19 nach Sachsen-Anhalt im Maritim Hotel Magdeburg weiter.

Angeführt von Lisa Sickmann an 1 erreichte man das angestrebte Ziel in tadelloser Manier. Mit 10:0 Punkten wurde die Konkurrenz auf die Plätze verwiesen. Lisa an Brett 2 und 3 steuerte hervorragende 4 Punkte am ersten Brett bei. Hanno Hellenbroich und Ole Fenski, überließen nur je einen halben Brettpunkt den Gegnern. Ilias Petridis und Max Wengenroth (spielte am Tag zuvor noch im Verein ein Schnellturnier bis 22.00 Uhr mit) wechselten sich ab und ließen nichts anbrennen. Ilias mit 3/3 und Max mit 2/2 waren nicht zu bezwingen.

Für unsere zweite U 10 mit den Kutz-Geschwistern Paul Matti und Ida, Ludwig Tobias Idel, Greta Rosin und Zoe Bosselmann wurde es mit 3:7 Punkten Platz 5 von den 6 startenden U10 – Mannschaften. Auch für die allerjüngsten (Jahrgänge 2010-2012) war es eine tolle Erfahrung!

U12

Auch bei der U12 hatten wir ein Quintett am Start. Unser U10-Landesmeister Justus Sommer sollte dem Team den nötigen Halt geben, obwohl er auch in der U10 noch startberechtigt gewesen wäre. Favorit war dieses Team mit Justus Sommer, Thore Rosin, Frieder Poetzsch-Heffter, Adrian Kubiak und Philipp Artemy Ronge keineswegs. Sowohl Doppelbauer Kiel als auch TuRa Harksheide wurden höher gehandelt, um das begehrte Ticket für Magdeburg einzulösen.

Aber auch Platz 2 qualifiziert sich für die NVM, also auf geht´s. Nach deutlichen Siegen über die beiden Raisdorfer Vertretungen, musste man sich mit  TuRa messen und unterlag zwar mit 1:3, doch das Qualifikationsziel (Platz 2) war immer noch erreichbar. Vor der letzten Runde hatte man Rang 2 fast sicher. Der Vorsprung vor Rang 3 (Raisdorfer SG 2) betrug zwar nur 1 Punkt, doch in der Schlussrunde machten die Jungs mit einem glatten 4:0 über Agon Neumünster alles klar. Die NVM kann kommen. Ein starkes, nicht unbedingt erwartetes Turnierende, insbesondere wenn man bedenkt, dass Adrian und Philipp Artemy noch nicht lange im Verein sind. Trainingsfleiß macht sich doch schnell bemerkbar.

U14

Ähnlich die Ausgangssituation in dieser Altersklasse, Zunächst war etwas Verwunderung am Platz. Nur 4 Mannschaften am Start, davon neben uns noch 2 Schwartauer Vertretungen und ein Team von TuRa Harksheide. Aufgrund dieses Umstandes entschloss sich die Turnierleitung zu einem doppelrundigen (Hin- und Rückspiel).

Erwartet wurde von den Buchmachern ein Sieg unseres Ortsnachbarn, insbesondere wegen des DWZ-Vorsprungs von ungefähr 300 Punkten; indessen, Wertungszahlen gewinnen nicht von alleine. An diesem Tag wuchs unser Vierer mit Niklas Senechal, Mattis Jannssen, Robert Matinyan und Boris Monakhov wirklich über sich hinaus und waren bei der Siegerehrung vielleicht ein wenig selbst überrascht, dass man auf Rang 1 einlief - trotz des nicht eingeplanten 1,5:2,5 gegen das bis dato punkt- und brettpunktlose Team von TuRa Harksheide.

„Schuld“ waren wohl drei Umstände. Zum einen der 3:1-Sieg gegen SV Bad Schwartau in der Hinrunde, hohe Siege (und damit Brettpunkte) gegen die schwächer eingestuften Mannschaften (den Sonderfall TuRa nehmen wir mal aus) und schließlich auch die Schwartauer Niederlage 1:3 – Niederlage gegen das eigene Zweitteam!

Alle 4 LSV-Spieler trugen mit einer sehr ausgeglichenen Leistung zu diesem Überraschungserfolg bei. Vielleicht ein klein wenig mehr Mattis mit 5 aus 6.

U14w

Völlig anders die Lage in dieser AK. Die U14w wurde als offenes Turnier mit Dreierteams gespielt; auch Schulmannschaften bzw. gemischte Mannschaften aus Verein und Schule waren zugelassen! Davon wurde allerdings kein Gebrauch gemacht. Leider traten von den angekündigten 7 Mannschaften dann doch nur 5 an, so dass die Mädchen nur 4 Runden zu spielen hatten. Mit 8:0 Punkten und 3 Punkten Vorsprung vor dem Elmhorner SC waren Helene Hellenbroich, Anouk Alscher und Ida Rosin konkurrenzlos. Lediglich ein halbes Brettpünktchen wurde auf dem Weg zum Titel liegengelassen. Sehr souverän. Eine (fast) makellose Leistung.

U16

Kommen wir zur „Königsklasse“. Nachdem die Meldelisten bekannt waren, war klar ersichtlich, dass es in dieser AK einen „heißen Tanz“ geben würde. Nach  überwiegender Meinung waren neben dem LSV mit Tilo Rietschel, Tom Linus Bosselmann, Alva Glinzner und Joa Max Bornholdt vor allem TuRa Harksheide und Doppelbauer Kiel im „Favoritentopf“.   TuRa konnte mit Daniel Kopylov (TWZ 2263) auf ein besonders starkes Pfund hoffen. Die Kieler präsentierten auf diesem Platz das Talent Keyvan Farokhi, den aktuellen U14-Meister der kürzlich zu Ende gegangenen LEM in Neumünster.

In Runde dann das vorentscheidende Duell gegen TuRa. Eine „tragedy“. Eine Einschätzung nach ungefähr der Hälfte der Spielzeit ergab zunächst Erfreuliches (jedenfalls aus der Lübecker Perspektive). An Brett 1 hatte Tom Linus gegen Taron Khachatryan remisiert. Reichlich Undurchsichtiges Gewusel an Brett 1, Alva erfreute sich einer Mehrqualle und Joa sogar einer Mehrfigur. Also, alles im grünen Bereich. Und doch: „Mit des Geschickes Mächten…“. Jedenfalls kippte der Kampf. Alva führte zwar ihren materiellen Vorteil nach Hause, doch Joa verlor überraschend  gegen Tigran Petrosyan und an Brett 1  kam es zwischen Tilo und Daniel zu einem Zeitnotdrama mit dem besseren Ende für Daniel. 1,5 zu 2,5 verloren. Das war die Entscheidung.

Irgendwie erinnerte das an die Champions-League-Spiele vor kurzem von Liverpool vs Barcelona, Amsterdam vs Tottenham oder (die Älteren erinnern sich) das denkwürdige Endspiel von 1999 zwischen Bayern München und Manchester United und hier speziell die Minuten 90 und 91.

Zwar konnte man mit zwei 4:0 Siegen gegen SV Bad Schwartau und SV Bad Oldesloe noch das Brettpunktekonto kräftig auffüllen, doch die TuRaner strauchelten nicht mehr, wenn sie auch danach gegen Agon Neumünster und Doppelbauer Kiel ihren Vorteil beinahe noch verspielten.

Gegen 16.30 Uhr war dann auch dieses AK beendet. TuRa Harksheide hat die U16 vor dem LSV und Doppelbauer Kiel gewonnen. Verdient? Ja, natürlich. Sie haben uns geschlagen und stehen damit zu Recht auf Platz 1. Wir gratulieren.

Alva hatte im LSV-Quartett ein überragendes Resultat vorzuweisen. 5 Punkte aus 5 Spielen- Respekt!

Fazit: Der LSV holte drei Titel und zwei zweite Plätze und war damit einmal mehr der erfolgreichste Verein bei diesem Turnier. Alle Altersklassen fahren zur „Norddeutschen“ bzw. (U10) zur „Deutschen“.

Zur Info die weiteren Termine:

NVM

DVM