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Ahrensburger TSV I – LSV V

Der zweite Spieltag der Bezirksliga Ost liegt hinter uns… um mich für meine Berichterstattung in Stimmung zu bringen, öffne ich einen beliebigen Bericht aus der Vor-Saison und beginne zu lesen:

„In der zweiten Runde der vergangenen Bezirksliga-Saison gewannen wir unser Heimspiel gegen den TSV Ahrensburg knapp aber verdient mit 4,5:3,5. Vergangenen Sonntag gewannen wir in der zweiten Runde der Bezirksliga unser Heimspiel gegen den TSV Ahrensburg knapp aber verdient mit 4,5:3,5. Also alles wie immer? Schon, nur irgendwie anders: …“

Nun, ich möchte den geneigten Leser nicht langweilen, aber am vergangenen Sonntag maßen wir uns abermals mit dem TSV Ahrensburg. Abermals gewannen wir 4,5:3,5. Aber dieses Mal war es tatsächlich vollkommen anders, es war nämlich ein Auswärtsspiel. Außerdem wollen wir diese Saison nun wirklich mal aufsteigen, weshalb unsere Aufstellung sich gegenüber den letzten Jahren ein wenig verändert hat: An 1 spielte, wie bereits beim Sieg gegen unsere 6. Mannschaft, Thomas Rosin. An 2 und 4 kamen unsere weiteren Neuzugänge Rickert und Mittelbachert zum Einsatz, die in der ersten Runde noch kampflos gewannen. Zwischen ihnen nahm Teska Platz, dahinter folgten Bohner, Blaka, Kapitän Schwerdtfeger und die Berichterstatterin. Eine Besetzung, die uns auf einen deutlichen Ausgang zu unseren Gunsten hoffen ließ.

Bei mir am 8. Brett ließ es ich auch gut an, mein Gegner, der noch nicht so lange im Geschäft ist, wusste offenbar mit meiner Eröffnung nichts anzufangen und so gewann ich rasch zwei Bauern und hatte nebenbei eine sehr komfortable Stellung. Während ich mich noch ärgerte, dass ich es mir nicht gelang, die Situation noch besser auszunutzen, durchbrach ein „Schachmatt“ die ohnehin etwas lax ausgelegte Turnierruhe. Adressat war Bohner an Brett 5. Wie es zu diesem Malheur kam, entzieht sich meiner Kenntnis. Ich sammelte noch zwei Bauern ein, tauschte die Figuren, glich aus zum 1:1 und ging eine Zeitung kaufen.

Zum Lesen kam ich allerdings nicht, zu spannend war es inzwischen an den anderen Brettern. Bei Blaka sah es unübersichtlich aus, doch er fühlte sich wohl, wusste was zu tun und vor allem, was zu lassen war, spielte den konsequenteren Angriff und gewann zum 2:1. Bei Vater Rosin gab es eine hochinteressante Stellung zu bewundern, die vermutlich ein ums andere Mal hübsch zu gewinnen war – allein ihm fehlte die Zeit, um den richtigen Lösungsweg zu finden. Als er den 40. Zug geschafft hatte, war der Vorteil dann nahezu verpufft. Zwischendurch hatte Teska gewonnen, während Rickert ein wenig Material eingebüßt hatte. Konnte ich auch keinen Blick auf seine Uhr erhaschen, so ließ einiges an seinem Verhalten doch auf Zeitnot als Ursache schließen. Mittelbachert, unser Neuzugang aus NRW, manövrierte sich einige Zeit sicher durch ein Endspiel mit Wenigerbauern, das wohl zu halten gewesen wäre, wickelte dann aber zum Verlust ab. War es ein Versuch, mehr rauszuholen als drin war? War es ein Fehlgriff? Ich weiß es nicht. Schwerdtfeger, der zur gleichen Zeit ebenfalls ein – allerdings völlig anders gelagertes Endspiel – mit Minusbauern auf dem Brett hatte, gelang es hingegen, sich sicherstmöglich aufzustellen. Dennoch zierte sich sein Gegner ob des knappen Gesamtstands noch ein bisschen, ehe er die Hand zur Punkteteilung reichte. Die Niederlage von Rickert eingerechnet stand es nun 3,5:3,5. Gespielt wurde noch an Brett 1 – und siehe, plötzlich war Rosin wieder im Vorteil, erst ein bisschen dann ein bisschen deutlicher. Den Blicken von Teska und Blaka entnahm ich, dass er auf dem Weg dorthin nicht immer den besten Zug fand, doch gegen 15 Uhr wurden wir erlöst – der letzte zu verteilende Punkt ging an uns.

Apropos Zug, es passte perfekt zu diesem (Spiel-)Tag am 11.11., dass auch das Transportmittel, das Teska am Abend noch Richtung Köln bringen sollte, diese Aufgabe nicht wirklich fahrplanmäßig erfüllte. Ich zitiere: „Der Zug, der uns endlich aufnahm, war seinerseits sehr bald über eine halbe Stunde zu spät, so dass auch die Anschlüsse für diesen Zug in Köln und Bonn verpasst wurden. Bin dann in Köln ausgestiegen, wo es prompt zu einem Notarzt-Einsatz am Gleis kam, wobei niemand wusste, wer die Sanitäter waren und wer die als Sanitäter verkleideten Jecken“.

Nächster Halt: 25. November, Heimspiel gegen Barsbüttel