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Was schreibe ich über den ersten Kampf in der Bezirksliga B Ost, Eutin II gegen LSV VII, in der Woche, in Eutin, unter dem Dach im Riemannhaus, am Jungfernstieg, gegenüber des Parks? Vielleicht das: Im Park sind noch zwei Areale des Landesgartenschau erhalten geblieben und am Sonnabend findet am See im Park ein Feuerwerk-Battle statt – drei Feuerwerker treten gegeneinander um die Gunst des Publikums an.

Es war also noch nicht Zeit für Fontänen und Böller, folglich war unser Spiel auch eher flau und dunkel. Allein Martin Herrnkind zündete eine Fackel und spielte gegen Joachim Thielemann ein Königsgambit. Ich meine mich zu erinnern, dass Martin schon einmal ein Königsgambit gespielt hat. Muss rund 30 Jahre her sein, es war in der Meisterklasse der Landesmeisterschaft gegen Klaus Seeck. Martin opferte drei Figuren, es wurde Remis und Seeck mit seinem Bass dröhnte fröhlich vor sich hin bei der Analyse: „Drei Figuren“. 

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Wolfgang Clemens war diesmal ganz von der Rolle und mühte sich mit den Zündhölzern, sein Gegner Peter Otten griff gleich zum Bunsenbrenner – Se5 und Lb5 gegen den armen Sc6. Wolfgang verlor Bauer und Qualität und zehn Züge später auch noch den König auf e6.

Volker Vogelsang und Michael Schiller legten Lunten, Pulverstraßen und Raketenbahnen. Das alles war schließlich so miteinander verwoben, dass keiner auch mehr nur einen Funken auf dem vollen, verschachtelten Brett schlagen wollte.
Horst Radünz kam gegen Lars Langfeldt etwas später und kippte dann gleich seine ganzen Vorräte auf einmal ins Feuer. Nach der ersten Verpuffung standen bei Horst zahlreiche Bauern für eine Qualität zuzüglich einer Springer-Dame-Angriffstellung auf dem Brett. Vielleicht hätte Horst nun noch einen Springer-Hufschlag auf d3 werfen sollen, aber bevor ich genauer hinsehen konnte, war auch der Rest verbrannt und die Glutnester ausgetreten.

Bei mir war es klassisch: Thomas Hartwig bot mit einem Fehlzug Remis an und musste nach meiner Antwort aufgeben. Ich hatte zwar angezeigt, wo ich meine D-Böller und langen Lümmeln hinwerfen wollte, allein die Koordination der Abläufe war ein Mangel und fast hätte ich mir die scharfen Geschütze vor die eigenen Füsse geworfen.

Noch klassischer lief es bei Matthias Fenski gegen Hans-Joachim Dombrowski ab. In Ermangelung guter Züge macht man schlechte Züge (h6, f7, c5, a6). Nach einigen Lichtfontänen setzte Matthias den Eutiner Himmel in Flammen. Die Leuchtkugel schossen nur so über die Diagonalen d5-g8 und h5-e8 sowie über h-Linie, die f-Linie sowie die siebte und achte Reihe durch die schwarze Stellung.

 
Letztlich Martin mit dem großen Finale. Anfangs Läuferopfer auf f7. Ulrich Stock schrieb dazu mal (auch wenn es ein Springeropfer war: „Opfer auf f7. Das ist wie die Tür zum Palast einrammen und der Monarch flieht um sein Leben“. Herrlich.) Den Schlusspunkt setzte DxSf6. Wenn LxDf6, dann setzt der von Lb5 gedeckte Turm auf e8 matt. Flieht der König nach c8, geht das schwarze Königshaus nach La6+ glänzend zugrunde.

Ein 4:2-Auswärtssieg also.
Und am liebsten hätte ich diesen Bericht so geschrieben: „Und als ich mit Martin Eutin wieder verließ, regnete es auch noch.“