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Die Ausgangslage war eigentlich entspannt, für uns ging es um Platz 2 (oder 3) der Liga, Flintbek brauchte noch einen Punkt, um ganz sicher nicht abzusteigen. Dennoch wurde gekämpft. Naja, fast überall. An meinem Brett (Nr. 5) war meinem englischen Angriff etwas die Puste ausgegangen, da ich in der Zugreihenfolge irgendwas falsch abgespeichert hatte. Deshalb kam Schwarz zu einem sehr bequemen Aufbau, der eher mir Kopfzerbrechen bereitete. Zum Glück hörte ich dann doch das nach knapp 2 Stunden leise ausgesprochene Remisangebot und nach reiflicher Überlegung aller Konsequenzen (incl. der Reaktionen meiner Mannschaft) nahm ich an.

Ein Rundgang ergab, dass es schwierig werden würde.

Iddel an Brett 1 bereits in Zeitnot, die Stellung von Alva an Brett 2 war bei vollem Brett nicht abzuschätzen, Max an Brett 3 stand etwas unter Beschuss und Hartmut an Brett 4 hatte einen bei lebendigem Leibe eingemauerten, bemitleidenswerten Läufer. Besser wurde es bei Torsten mit Ausgleich an Brett 6 und noch besser bei Axel, der einen Mehrbauern hatte und Joa, der seinem Gegner eine schlechtere Bauernstruktur andrehen konnte. Ich hoffte also irgendwie auf 3 Remis und 2 Siege, was ein 4:4 ergeben hätte.

Kurz darauf war Axels Partie beendet, zu dem Mehrbauern war weiteres Material gekommen, sein Gegner hatte daraufhin keine Lust mehr. Vielleicht muss ich meine Meinung über 1.b4 doch überdenken oder sogar revidieren. Dann gab es ein Remis bei Torsten an Brett 6, hier ging es doch zu solide zu, kein Vorteil in Sicht. Wir hatten nun reichlich Zeit für Partieanalysen und tiefsinnige Gespräche (ich weiß nicht mehr, wann ich zuletzt ein Kierkegaard-Zitat gehört habe).

Meine Hoffnung auf ein noch gutes Ergebnis erhielt allerdings einen Dämpfer, als der Endspielkünstler Hartmut seiner traurigen Stellung durch das Einstellen einer Figur entkam. Kurz darauf gab Alva ihre Partie auf, aber Max hatte dem Beschuss getrotzt und erreichte ein Remis. Somit stand es 2,5:3,5 aus unserer Sicht, Iddel und Joa spielten noch. Joa hatte inzwischen wie erwartet Mehrbauern und da war es nur noch eine Frage der Zeit bis zum Ausgleich.

Die Partie des Tages spielte Iddel an Brett1. Alles dabei, Attacke, seine große Zeitnot, verpasste Chancen, großes Drama.

Am Ende dann doch ein Unentschieden. Eutin hat uns dadurch noch vom 2. Platz verdrängt, damit können wir aber ganz gut leben, denn zumindest den Titel „Meisterbezwinger“ kann uns niemand nehmen. Und bei dem oben beschriebenen holprigen Start bin ich mit dem Ergebnis hoch zufrieden. Vielen Dank an die Mannschaft, trotz des hohen Ersatzbedarfs war es selten stressig, da die Absagen meistens früh feststanden und alle sehr zuverlässig waren!

Ich bin gespannt, wie es nächstes Jahr mit dann 2 LSV-Mannschaften in der Verbandsliga wird.