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Zusammen mit dem FIDE Open wurden gestern die besten Frauen Deutschlands geehrt. Das German Masters der Frauen gewann WIM Fiona Sieber, die dafür, genau wie die drittplatzierte WIM Josefine Heinemann, eine WGM-Norm erhielt. Zweitplatzierte wurde Melanie Lubbe, deren Ehemann, IM Nikolas Lubbe, im A-Open teilnahm. Schönes Turnier, alle Bretter des German Masters waren Live-Bretter, dazu ein toller Hauptsponsor, UKA „der Windparkentwickler.“ Das einzig Sonderbare war die Tatsache, dass wir uns nach der Ehrung der besten Frau zur Nationalhymne erheben sollten, was wir bereitwillig auch taten. Erlebt habe ich so etwas bisher noch nicht, aber vielleicht erschien es auch nur mir als sehr unangenehm und für alle anderen war es ganz normal, wer weiß. Nach der Nationalhymne verlieh ein Repräsentant der Lasker-Stiftung Fiona Sieber noch den „Viktor“, einer von 16 Ehrenpreisen, die im Laskerjahr für besondere schachliche Leistungen vergeben werden. Insgesamt 8 Laskers, zum Gedenken an Emanuel Lasker, und 8 Viktors, zu Ehren Viktor Kortschnois. Einer davon fand am 12.08.2018 seinen Besitzer.

Die A-Gruppe des FIDE-Open gewann überraschend GM Eveny E Vorobiov, den bis zur 7. Runde wohl niemand auf dem Schirm hatte. Zweiter wurde der Ukrainer GM Alexander Kovchan, der in der letzten Runde noch GM Suri Vahibhav schlug, welcher der einzige war, der dem drittplatzierten GM Andreas Heimann einen ganzen Punkt abnehmen konnte. Marco Frohberg belegte Platz 23, mit einer Performance bei rund 2300 wird seine ELO um etwa 25 Punkte anwachsen und nah an die 2200 kommen. In der letzten Runde unterlag er etwas unglücklich dem IM Georgios Souledis aus Hamburg. Nichtsdestotrotz, nur drei Niederlagen, und die alle gegen Titelträger mit 2400+, stehen dem Sieg gegen Konstantin Urban und dem Remis gegen Jakob Leon Pajeken gegenüber. Leistungen, die ein durch und durch gelungenes Open von Marco repräsentieren. Michael Ehrke erreichte genau wie Marco 5/9.

Im B-Open erzielte Knut mit 50% einen DWZ Zuwachs von 61 Punkten und einen ELO Gewinn von 116 Punkten konnte er ebenfalls verbuchen.

Ich selbst war nach dem Turnier zumindest an Erfahrung reicher, unter 50% mache ich zwar noch ca. +30 ELO, aber an DWZ büße ich einiges ein. Ich muss mich sammeln und zur neuen Saison mit frischen Kräfte zurückkommen, zum Beispiel in den beiden anstehenden Vereinsmeisterschaften. Die Jugendvereinsmeisterschaft wird am ersten Septemberwochenenden ausgetragen und die Ausschreibung bezüglich des Winterturniers wurde erst kürzlich per Mail von Ede verschickt.

Max Dörp erreichte in der C-Gruppe einen guten 4. Platz und damit sein Turnierziel, in die Top 5 einzuziehen (Bilder unten). In der letzten Runde hätte er für eine Chance auf den ersten Platz einen Sieg mit schwarz gebraucht und hoffte auf eine ruhige Stellung, aus der heraus er seinen nominell schwächeren Gegner überspielen könnte, dieser brachte allerdings ohne mit der Wimper zu zucken das Königsgambit aufs Brett und zeigte damit klar, wo es hingehen soll. Die Partie endete schließlich Remis.

Damit endet der Dresdener Schachsommer, das Open war ein gut organisiertes Turnier, auf dem sowohl Schiedsrichter auch Spieler Normen erzielen konnten. Ein besonderes Flair bekam das Turnier durch prominente Großmeister und die Nähe zur deutschen Meisterschaft, sowie zum German Masters. Und nicht zuletzt ist Dresden auch einfach eine schöne Stadt! Im Oktober findet der Dresdener Schachherbst in Anlehnung an dieses Turnier statt, eventuell kann ich mich erneut dafür begeistern, in den Räumlichkeiten des Wyndham Garden zu spielen.

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