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Wie erwartet machten die Titelträger das Turnierresultat unter sich aus, am Ende teilte sich der erste Platz zwischen IM Ajoscha Feuerstack und GM Jan-Christian Schröder, der dem ein oder anderen eventuell wegen seinen Videoserien auf Chess24 bekannt sein könnte. Dort findet man ein sehr lehrreiches Profirepertoire gegen die Drachenvariante von ihm, eine persönliche Empfehlung von mir. Auf dem dritten Platz landete der Bundesligaspieler IM Ilja Schneider, dicht gefolgt vom ehemaligen Lübecker GM Rasmus Svane, der das Treppchen damit nur knapp verfehlte. Der russische Großmeister und Turnierfavorit Vladimir Epishin erreichte überraschend nur den 5. Platz, konnte sich dort aber immer noch über 150,- Preisgeld freuen. Hinter ihm der einzige Großmeister, der zuvor gegen zwei Lübecker antreten musste. Der sehr sympathische Stelios Halkias aus Griechenland fand sich mit 6.5/9 auf dem sechsten Rang wieder.

Der beste Lübecker wurde der Bruder des viertplatzierten, mit 5.5 Punkten erreichte Frederick Svane den 26. Platz, zwei Plätze hinter ihm angehender FM Martin Kololli, der eine sehr starke Performance zeigte, unter anderem konnte er GM Halkias einen halben Punkt abnehmen. Doch durch eine unglückliche Niederlage in einer nach eigener Aussage sehr schönen Partie gegen den wohlbekannten FM Jonah Krause in der letzten Runde, waren leider „nur“ 5/9 und ein 28. Platz drin.

Nicht mehr ganz jugendlich, aber mindestens genau so dynamisch: Auf dem 48. Platz steht Jens-Tarek Eisheh, dahinter auf Platz 54, und somit durch bessere Buchholz einen Platz vor mir selbst, Thomas Rosin.

Ich kam auf 4/9 und erspielte eine 2150 Leistung, die hoffentlich für eine gute erste Rapid-Wertung sorgt. Des Weiteren durfte ich ebenfalls gegen den starken griechischen GM Halkias spielen, jedoch weniger erfolgreich als Martin. Ich gab eine bis ins Endspiel ausgeglichene Stellung unter Zeitnot aus der Hand. Dieser halbe Punkt mehr hätte mir meinen Ratingpreis eingebracht. Schade!

Sehr lobend zu erwähnen ist zudem die Leistung von Joa-Max Bornholdt (Elo 1672), der sich mit 4/9 durch schlechtere zweite Wertung zwar mit Platz 67 begnügen musste, aber ein sehr starkes Turnier spielte. Besonders hervor stach dabei die letzte Runde, in der er gegen den alteingesessenen Erwin Lehmann mit einer Elo von über 2000, obwohl es um nichts mehr ging, ein Remisangebot ablehnte und trotz weniger Zeit seine Stellung so lange auskämpfte, bis wirklich nichts mehr möglich war. Gegen einen knapp 400 Punkte stärkeren, sehr erfahrenen Spieler in ausgeglichener Stellung durchaus nicht alltäglich.

Etwas weniger gut lief es bei den Jugendlichen Jalel Silini (Platz 81) und Alexandra Mundt (Platz 85). Mit jeweils drei Punkten spielten die beiden leider unter ihren Möglichkeiten, aber dennoch besser als ihr Setzlistenplatz. Alexandra gelang zudem ein Sieg gegen LSV-Urgestein Wolfgang Schwertfeger (Platz 91).

Daniel Maas-Hartong spielte sein erstes Schnellschachturnier in diesen Ausmaßen und erlangte zumindest einen halben Ehrenpunkt. Dazu ist zu sagen, dass er den ganzen Punkt fairer Weise gegen einen Senior, der, da er vergas die Uhr zu drücken, auf Zeit verlor, ablehnte und somit eine Punktteilung herbeiführte. Sehr vorbildlich und respektabel. Wenn man sich gegenwertige Diskussionen über deutlich kleinere Angelegenheiten in der Herrenbezirksliga ansieht, möchte ich mich jetzt schon einmal um Daniel als Konfliktlotsen in der kommenden Saison für die Mannschaft mit Knut Kloerss bewerben.

Soweit zum Turnier, ich denke Lübeck kann zufrieden sein. Die ausführliche Tabelle finden interessierte noch einmal hier