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Kleiner Blick zurück. Am 27.01.18 wurde in Kaltenkirchen die erste Runde in diesem Wettbewerb ausgespielt. LSV 1 verlor dabei überraschend gegen SF Wilstermarsch und LSV 2 gewann, nicht weniger überraschend, gegen SV Bad Oldesloe 4. Das Viertelfinale sah nun LSV 2 mit dem Jugendbundesligisten TuRa Harksheide konfrontiert. Man musste schon damit rechnen, dass die Turaner auf ihre stärksten Spieler zurückgreifen würden und ebenso war vorauszusehen, dass wir vor diesem Hintergrund ähnliche Überlegungen hegten.

Im Vereinsheim von TuRa Harksheide standen sich schließlich folgende Teams gegenüber:

Daniel Kopylov (2226) - Martin Kololli (2237)

Artur Oganessjan (2099) . Tigran Poghosyan (2146)

Tarom Khachatryan (1771) – Kevin Kololli (2126)

Enno Striebek (1598) – Alexandra Mundt (1603)

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Abgesehen vielleicht von Brett 3 durchaus DWZ-Ausgeglichenheit. Während die Denksportler loslegten befasste ich mich derweil mit aus Lübeck mitgebrachten Asterix-Heften (Details spielen hier keine Rolle).

Nach etwa einer Stunde war die Muße vorbei. Kevin hatte nach 20 Zügen seinen Läufer geopfert. Es folgte Schach, Schach, Schach….und Sieg? Nein, die Sache stockte. Es ging nicht weiter und so begnügte sich Kevin mit dem Dauerschach. Remis. Nach der Partie meinte Kevin, er hätte die Zugfolge vertauscht. Mit dem Turm auf e4 zu nehmen, wäre wohl gewinnbringend gewesen.

Alexandra hatte sich mittlerweile in eine ungemütliche Situation verbracht. Eine verheißungsvolle Fortsetzung wurde verweigert und mit einem schlechten Endspiel bestraft.

Ähnlich erging es Tigran, der im Sizilianer am Damenflügel recht unharmonisch stand und eine Menge Zeit verbrauchte. In weiterer Folge musste er den Materialnachteil von Turm gegen Läuferpaar hinnehmen.

Martin stand um einen Tick aktiver. Ich wandte mich wieder meiner Lektüre zu. Nachdem „Asterix und der Kupferkessel“ beendet war, war vorne einiges geschehen.

Mittlerweile hatte Martin mittels Qualitätsopfer den schwarzen König ins Visier genommen. Zur Schadenbegrenzung gab Daniel die Qualle zurück und ein Endspiel von Läufer gegen Springer bei 4 gegen 3 Bauern von Martin verblieb.

Wunderliches tat sich nebenan. Artur hatte, in glatter Gewinnstellung, plötzlich völlig den Faden verloren und ich erblickte folgendes Stellungsbild:

Kann man so eine Festung einnehmen? Mit Dame und Läufer kam Artur nicht weiter. Neue Hoffnung kam auf. Sollte Martin sein Endspiel gewinnen und Tigran remis halten, würden wir dank Berliner Wertung doch weiter sein.

Doch es sollte nicht sein. Nachdem Artur seinen König in das Kampfgeschehen einbezogen hatte, bekam dieser zwar unverzüglich Feuer (Dameschachs), doch Tigrans Blättchen hing bedrohlich. Die Zeit wurde zwar geschafft, doch leider auch die Damen getauscht. Die Annahme, ein Bauernabtausch würde doch noch die Punkteteilung herbeiführen, erwies sich als trügerisch. Ein Bauer verblieb Artur und Tigran gratulierte.

Mittlerweile musste Alexandra im haltlos gewordenen Turmendspiel die Waffen strecken. Die Sache war entschieden. Brett 1 war dann letztlich auch remis – spielte keine Rolle mehr.

Das war es dann: Glückwunsch an die an diesem Tag bessere Mannschaft. Das Wortspiel von den „eigenen Pokalgesetzen“ wollen wir erst gar nicht bemühen.

Dann eher jenes Zitat:

„Man kann nicht jedes Jahr Pokalsieger werden. Und wenn man es nicht wird, ist es eigentlich egal, ob man jetzt ausscheidet oder drei Runden später.“
Nürnbergs Trainer Hans Meyer nach dem Pokal-Aus seiner Mannschaft beim Zweitligaklub Carl Zeiss Jena