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Aber Doppelbauer II, die bereits während der Saison mit sehr vielen verschiedenen Spielern angetreten waren, ging zum Ende nun wirklich die Luft aus. Oder anders gesagt, der Doppelbauer stellte sich als Dreiviertelbauer heraus, sprich es traten nur 75 % einer Mannschaft an.

Jürgen Erich und Frank Jankowiak an Brett 7 und 8 hatten keinen Gegner.

Mit dieser 2:0-Führung im Rücken ging ich davon aus, dass wir diesen Kampf schon irgendwie gewinnen würden.

Der erste, der dieses Vorhaben sabotierte, war ich an Brett 4. Nach wenigen Zügen hatten wir (Oliver Fritsche und ich) eine ziemlich merkwürdige Stellung auf dem Brett, er hatte sich mit seiner weißen Dame auf g7 bedient, im Gegenzug konnte ich ihm mit einem Läufereinschlag auf f2 die Rochade verderben. Aber meine Fortsetzung war dann nicht das richtige, ich bin mir heute noch nicht sicher, ob ich zu forsch oder zu feige war, jedenfalls war die Partie nach etwa 2 Stunden vorbei und Doppelbauer hatte auf 1:2 verkürzt.

Joachim Berger stand zu diesem Zeitpunkt in meinen Augen an Brett 1 noch ganz normal, aber er sah Probleme, die mir nicht auffielen und das zeigte sich bereits sehr deutlich auf der Uhr.

Heiko an Brett 2 hatte wieder einmal Schwarz, schlug sich aber ganz ordentlich.

Bei Ulrich an Brett 3 gab es einen ziemlich ausgeglichenen Kampf. Die Schlußstellung war dann aber ziemlich witzig, denn es gab auf beiden Seiten 4 verbunden Bauern auf dem Königsflügel und jeweils 2 Springer. Ullrichs Springer vergnügten sich zudem in der unteren rechten Ecke des Bretts fast nebeneinander. Das Remis kam bei dieser Stellung nicht überraschend.

Vitus an Brett 6 hatte meiner Ansicht nach die ganze Zeit einen ziemlichen positionellen Vorteil, ließ aber leider kurz vor der Zeitkontrolle in Zeitnot eine Springergabel mit Qualitätsverlust zu. Das war nicht mehr aufzuholen, obwohl er es noch lange versuchte.

Die Partie ging wie Joachims auch an Doppelbauer, so dass es 3,5:3,5 stand.

Es lief noch Rouvens Partie gegen Ulla Hielscher. Das war eine spannende Angelegenheit, Rouven hatte gegen Ullas Franzosen einen Bauern geopfert, dafür aber auch ziemlichen Druck bekommen. Später opferte er auch noch die Qualität, um einen recht vorgerückten Freibauern zu erhalten. Der hatte allerdings Blei in den Beinen, kam nicht so recht voran und alles Hoffen half nichts. Ulla erlangte allmählich die Initiative und bekam selbst einen Freibauern, der ziemlich fix war.

Am Ende also eine etwas peinliche 3,5:4,5-Niederlage gegen eine unvollständige Mannschaft, aber so dramatisch ist ein 5. Tabellenplatz anstelle eines 3. Platzes nun auch nicht.

Was bleibt von diesem Tag? Vielleicht die Hoffnung, dass Doppelbauer ein anderes Spiellokal findet. Über den Zustand der Toiletten habe ich schon einmal geäußert, er hat sich seitdem nicht verbessert. Schmale Spieltische, auf die zwar das Brett, aber nicht mehr meine Ellenbogen passen, sind auch gewöhnungsbedürftig. Und die Tür, die jedes Mal laut ins Schloß fällt…

Auf der heiteren Seite dann der Segeberger Spieler im Kampf von Doppelbauer I, der ständig mit einem Thermometer unterwegs war…

Was bleibt von der Saison? Nach Niederlagen gegen die Favoriten am Anfang war relativ schnell klar, dass wir diese Saison mit dem Abstieg nichts zu tun haben werden. Ich bedanke mich ausdrücklich bei der Vereinsführung, die als Ziel den Nichtabstieg unserer Mannschaft ausgegeben hat und dieses Ziel auch tatkräftig unterstützt hat. Ebenso möchte ich mich bei den Spielern für ihre Zuverlässigkeit und bei den Ersatzspielern für ihre Bereitschaft, auch kurzfristig einzuspringen, bedanken. Eine so entspannte Saison gab es schon länger nicht mehr.

Bedauerlich ist allerdings, dass Mannschaften zunehmend nicht vollständig antreten (können). Von 9 Punktspielen spielten wir nur 5-mal gegen eine komplette Mannschaft.