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Als Erster fertig war Tom Linus und er brachte uns die 1:0-Führung. Wir hatten in der Vorbereitung am Vorabend schon gesehen, dass sein Gegner mit Weiß gerne Englisch spielt und geschlossene Stellungen bevorzugt. Dem setzten wir eine Variante mit zeitweiligem Bauernopfer entgegen, die zwar keinen Vorteil ergibt, aber Tom Linus mit Schwarz eine recht offene Stellung brachte, die zu seiner Spielweise passt. Sein Gegner konnte damit gar nichts anfangen und sah dann mehr oder weniger tatenlos zu wie Tom seine Königsstellung zerlegte.

Martin erhöhte auf 2:0 mit einem schön herausgespielten Figurengewinn. Sein Bruder Kevin hatte eine etwas wackelige Stellung, die er zur Zeitkontrolle hin dann aber in ein Damenendspiel mit Dauerschach lenken konnte. Damit hatten wir schon 2,5 Punkte.

Dann das Drama an Brett 3. Tigran hatte sich eine Mehrqualität schon früh geholt  - und unterschätzte später dann die Giftigkeit des gegnerischen Springerpaares. Die Stellung wurde hoch taktisch und am Ende setzte sich der Porzer Mattangriff durch.

Tilo ließ ich dann ein Remisangebot annehmen. Ich schätzte seine Stellung als schwierig ein und so war schon mal das Mannschaftsremis gesichert. Nun lag die Hoffnung auf der verbliebenen Partie von Fin an Brett 4. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt - aber sie stirbt dann doch. Fin hatte einen Bauern weniger, aber die aktiveren Figuren dafür. Mehr ins Gewicht fiel dann jedoch, dass er auch die schlechtere Zeit hatte. In einer zunehmend zweischneidiger werdenden Stellung ging das dann nicht mehr gut aus. Am Ende also 3:3. Ein Unentschieden mit dem wir zufrieden sein sollten, auch wenn es zwischenzeitlich mal nach mehr ausgesehen hatte.

Runde 4

Mattnetz Berlin war unser Gegner in der Nachmittagsrunde. Normalerweise verlasse ich nach Rundenbeginn den Spielsaal für die ersten ein bis zwei Stunden und lasse die Jungs erst mal spielen. Das war diesmal anders, den bei Tom Linus deutete sich schon nach wenigen gespielten Zügen ein früher Sieg an. Sein Gegner hatte sich auf Toms Gambit des Kapitän Evans eingelassen. Ohne allerdings die beschiffbaren Fahrwasser in dieser Eröffnung im Detail zu kennen. Und so geriet er schnell in schwere Seenot und Tom zerlegte seinen Kutter in seine Einzelteile:

Dann nahm ich mir meine Pause. Als ich zurück zum Spielsaal ging kamen mit Tilo und Tom entgegen und berichten, dass bereits alles beendet sei. Da waren die anderen wohl auch recht zügig. Kevin, Martin und Fin holten weitere volle Punkte. Tilo kann mit seinem zweiten Remis an diesem Tag auch zufrieden sein, nachdem ihm frühzeitig ein Zentralbauer abhanden gekommen war.

Und schließlich war es heute nicht Tigrans Tag - "unbalanced" bezeichnete er das selbst. Er kassierte seine zweite Niederlage aus einer bereits gewonnenen Stellung. Es ist aber kein Schaden entstanden. Ein 4,5:1,5-Erfolg gegen Mattnetz Berlin ist das Ergebnis, das uns wieder in die vordere Hälfte der Tabelle bringt.

Und morgen? Wie soll es anders sein, der Erste der Setzliste fehlt uns ja noch - also dann gegen Eppingen.

Fortsetzung folgt...