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Erfahrungsgemäß gab es mit diesem Team häufig enge Matches und auch in diesem Jahr war es nicht viel anders. Ein Grund mag auch der Umstand sein, dass es mitten in der Woche in aller Regel schwierig ist, alle Stammspieler an die Bretter zu bekommen und auch diesmal war es nicht viel anders. Dennoch, rein vom DWZ-Zahlenvergleich sprach vieles für einen komfortablen LSV-Sieg, zumal die Türmer auch noch auf ihr Spitzenbrett Torsten Maeder verzichten mussten. Doch weit gefehlt.

In der Eröffnungsphase war von Französisch über Skandinavisch, Englisch, Königsindisch bis zum romantischen Königsgambit von Klaus Streichenbach gegen Jan-Henrik Plackmeyer eine breite Auswahl auf den Brettern.

Am Ende wurden 5 Punkteteilungen und ein Sieg für uns auf der Spielberichtskarte zum 3,5:2,5-Endstand vermerkt.

Den relativ schnellen Auftakt machten an Brett 6 Marinco Marcic und Jens Maly. Während man sich an den anderen Brettern noch in der Eröffnungsphase übte, war man an diesem Brett bereits in einem Turm-Endspiel gelandet. Dem Remis stimmte ich zu, zumal ich die weiße Stellung des Reinfelders aufgrund eines gedeckten Freibauers auf der h-Linie für etwas besser einschätzte – 0,5:0,5 .

Ihnen folgte an Brett 1 Michael Dinse und Martin Herrnkind. Martin konnte erst verspätet direkt von seiner Dienststelle anreisen und musste mit fast 45 Minuten weniger auskommen. Die Zeit reichte zwar für eine passable bis gute Stellung mit Mehrbauern, aber kaum noch Zeit auf der Uhr. So nahm Martin das Friedensangebot an – 1:1.

Remis dann auch das Duell zwischen André Voß und Wolfgang Clemens. Auch hier war man in einer skandinavischen Partie in einem Bauernendspiel gelandet, was vielleicht wegen eines Doppelbauers bei Wolfgang perspektivisch für uns schwierig war – 1,5:1,5

Bei diesem Stand schätze ich die Begegnungen an Brett 2 (Klaus Streichenbach gegen Jan-Henrik Plackmeyer) als problematisch und an 3 (Klaus-Werner Arriens gegen Jürgen Erich) und 5 (Alfons Georg Bauersfeld gegen Michael Weiss) an mehr oder weniger klar gewonnen ein.

Placki hatte zwar eine Minusqualität aber Kompensation von zwei Bauern. Michael eine Qualle mehr und Jürgen Erich sollte kurzfristig gewinnen, als sich folgende Stellung ergab:

Hier sollte jetzt 1. Tg7x+ Kh8 2. Th7x Kg8 3. Tcg7+ Kf8 4. e7+ Ke8 Th8 gewinnen. Stattdessen folgte optimistisch sofort e7 und nach Te8 war das Remis unausweislich – 2:2.

Dann aber doch die Führung durch Michael Weiss. Dieser hatte mittlerweile die Qualle zurückgegeben und versuchte dem gegnerischen König beizukommen. Ein Vorhaben, das seinem Gegner viel Zeit kostete. Zu viel. Im 37. Zug überschritt A. G. Bauersfeld die Bedenkzeit – 3:2.

Mittlerweile hatte sich Jan-Henrik für seine Minusqualle mehr als Kompensation erarbeitet. Zwei Mehrbauern und vor allem ein riesenstarker Zentralspringen bereiteten seinem Gegner mächtige Sorgen. „Ich biete Remis an. Nicht obwohl es 3:2 für uns steht, sondern weil“. Diesem Angebot konnte Klaus Streichenbach nicht widerstehen – 3,5:2,5.

Durchatmen. Das war jetzt der vierte Sieg in Folge. Wir verteidigen damit weiter Platz 1. Doch der SC Fehmarn bleibt dran und hat nur weniger Brettpunkte auf dem Konto. Doch auf diese Mannschaft treffen wir erst kurz vor Saisonschluss im April. Am 22.01.16 kommt erstmal der TSV Travemünde in die Sophienstraße.