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Wir waren die U12 mit Tilo, Kolja und Jalel und die U14 mit Knut, Fabian, Jacob und Luca. Nils für die U12 und Vitus für die U14 wollten direkt nach Magdeburg kommen. Ich weiß gar nicht, wie oft ich schon in Magdeburg war, seit ich Schach spiele….und das, obwohl ich nach dem Noro -Virus im Maritim Hotel mit der U10 nie wieder dort hin wollte und auch nie wieder dort essen wollte.Daher fuhr Jens extra früher los, damit wir das Abendessen nicht verpassen, was auch gelang. Danach suchten wir die Auslosung und freuten uns über einen leichten Gegner aus dem Bremer Osten. Es wurde noch die Tischtennisplatte besetzt.22 Uhr war Bettruhe.

Wecken durch Jens um Viertel vor Sieben, wie Schule!!!, zum Glück nicht, fiel mir ein, sondern Schach. Wir spielten im Pfarrhaus dicht an der Jugendherberge. Mein Gegner hatte wohl Respekt und hat sich auf ein Remis vorbereitet. Er hat sich ab dem Mittelspiel eingebunkert und ich habe versucht bei Ihm durchzukommen. Schließlich gelang es dann und ich konnte das 4:0 beisteuern, nachdem die drei Tilo, Kolja und Jalel schon gewonnen hatten. Guter Auftakt. Das Mittagessen schmecke umso besser. Zum Glück erst nach dem Essen erfuhren wir das der HSK der nächste Gegner sein sollte. Das wird wohl keine leichte Nummer. Kolja und Jalel hatten schon ihre Punkte abgegeben, doch Tilo gewann relativ bald. Mein Gegner hatte im 7. Zug ein Bauern weniger, weil er den Spanier misshandelt hat. Aber er stellte noch eine Figur weg und dann hielt seine Stellung nicht mehr stand .So konnten wir einen Mannschaftspunkt noch rausholen. Ich hatte noch Zeit für eine Analyse mit Ede und Jens und dann ging es zum Essen

Freitag: Der nächste Gegner war zufällig auch der Gastgeber, Schachzwerge Magdeburg. Ich traf auf den Sohn des Turnierleiters, den ich schon vom Harztraining kannte. Es wurde ein Zweispringerspiel im Nachzug, wo ich früh einen Bauern opfern konnte und sofort eine Figur festnagelte. Jetzt hatte ich ein Angriffsziel. Ich konnte durch einen Doppelangriff seinen König in Bedrängnis bringen. Dann kam der Bock: Er übersah eine Fesselung vom Turm zwischen Dame und König. Ein paar Züge später gewann Tilo auf Zeit am Nachbarbrett, weil sein Gegner keine Lust mehr hatte!!Nach 20 Zügen ohne Dame sah dann auch mein Gegner ein, dass er nichts mehr machen konnte. Nils, der auch aus Lübeck eingetroffen war, spielte gleich eine kuriose Partie am dritten Brett: Erst stellte er seine Dame ein, bekam aber eine Figur dafür, dann erkämpfte er sich eine weitere Figur, nach 10 Zügen einen Turm und stellte abermals eine Figur ein .Sein Gegner hatte leider keine Bauern mehr, aber Nils noch 3 also einigte man sich auf ein Remis. Jalel sicherte sich in der Eröffnung einen Bauern und wickelte hervorragend ins Endspiel ab, so führten wir mit 3,5 Mannschaftspunkten. Sofort schickte uns Jens zum Essen, wo ich sechs Kartoffelpuffer verschlang. Um 14:30 folgte schon die nächste Runde gegen Hagen. Diesmal am an Tisch 2 am Livebrett: Großes Lob an Nils, der das Bauern- Endspiel hervorragend spielte. Er glich damit die verlorene Partie an Brett 4 aus. Somit konnten Tilo und ich beruhigt weiter spielen. Beide Partien konnten wir für uns entscheiden.

Samstag: Jetzt hatten wir uns an die Tabellenspitze vorgearbeitet und trafen auf den an eins gesetzten SV Reideburg, die bisher alle Spiele gewonnen hatten. Wieder am Livebrett stand es nach einer Stunde schon 0:2. Die beiden hinteren Bretter konnten den DWZ Unterschied nicht übertreffen, an Brett3 spielte ein 1700 er!!! Tilo und ich kämpften fast 4 Stunden gegen die drohende Niederlage und irgendwie schafften wir das Unmögliche und glichen auf 2:2 aus. Von zu Hause hörten wir später, dass die Livebretter eine Analyse anzeigten, die den Sieg nicht mehr ausrechneten!!!!

Schnell ging es zum Essen und sofort danach trafen wir auf unseren Verfolger Mattnetz Berlin. Wieder am Livebrett und leider gingen die beiden hinteren Bretter wieder an die Gegner, doch Tilo spielte Remis und nachdem ich schon 2 Bauern in einem Turmendspiel mehr hatte, „vergeigte“ er noch einen Bauern und gab auf. So konnte ich meine Serie fortsetzen, aber unsere Mannschaft hatte leider verloren. Wir rutschten auf den 4. Platz und es wurde noch richtig spannend für die letzte Runde am Sonntag.

Es kam zum Duell gegen unseren Nachbarn Hamburg SC Diogenes und ich traf auf einen Gegner mit ähnlicher DWZ. Nur seine Mannschaftskameraden hatten alle unter 1100 DWZ. Jetzt ging es um die Wurst, Qualifikation für die „ Deutsche“ oder eben Weihnachtsurlaub. Dieses Spiel brachten Jens die letzten weißen Haare. Er verließ das Turnierareal, aber Ede, hielt , glaube ich, durch. Nils schaffte das Unmögliche er gab Dauerschach aus einer eigentlich verlorenen Stellung. Jalel gewann normal, Tilo ebenso und ich machte es richtig spannend. Die Mannschaft hatte gewonnen, aber ich wusste, es ging um jeden Brettpunkt bei der Qualifikation. Leider habe ich in der Aufregung eine Figur eingestellt, mein Gegner aber dann auch, es war einfach nur super spannend. Im Turmendspiel konnte ich doch wieder gewinnen. Wir begannen das wilde Rechnen und auch von Michael Zeuner hörten wir, dass wir Vizenorddeutscher Meister waren hurra. Die ganzen Anstrengungen hatten sich gelohnt.

Wir erhielten einen großen Pokal, der natürlich nicht in den Koffer passte und auf der Rückfahrt von unseren Mitreisenden bewundert wurde. Gegen 19 Uhr trafen wir auf dem Lübecker Hauptbahnhof ein und wurden von den Eltern beglückwünscht, aber auch beschimpft, wegen der Nerven und der Zeit!!, die sie am Internet gelassen hatten.

Wir danken allen Betreuern, Trainern und Personen, die uns dieses tolle Ereignis ermöglichten.

Tom Linus Bosselmann