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Bisher lief es in der Bezirksliga nicht besonders gut für uns. Unsere Mannschaft konnte noch nichts Zählbares erreichen. Das wollten wir am 07.12.14 gegen SC Barsbüttel ändern. Doch leider kam schon direkt zu Anfang ein schlechtes Omen. Stephan Richard, der an Brett 3 spielen sollte, hatte sich krank gemeldet. Das bedeutet, unsere Mannschaft, wurden auf 7 Spieler reduziert, die jetzt aus folgenden Spielern bestand: An Brett 1 Michael Weis, an Brett 2 Tilo Rietschel, an Brett 3 fehlte Stephan Richard, an Brett 4 spielt meine Wenigkeit, an Brett 5 spielte Niels Martin Paulsen und an Brett 6 trat der hoch motivierte Konstantin Schulz an. An Brett 7 vertrat uns Paul Saage und an Brett 8 spielt Alver Glinzner. Man sollte noch erwähnen, dass wir nicht nur mit 0:1 ins Rennen gingen, sondern, dass überall, außer an Brett 1, ein DWZ unterschied von 300-600 (!) Punkten bestand.
 
Zuerst war, nach ca. einer halben Stunde, Paul an Brett 7, fertig. Er hatte relativ schnell gespielt, sich aber tapfer gegen den wesentlich stärkeren Spieler gewährt. 
 
Kurz darauf gab Niels auf. Er traf auf eine ihm unbekannte Eröffnung. Das Blackmar-Diemer-Gambit. Ich spiele es selbst in Schnellschachpartien, kann in Langzeitpartien aber nur davon abraten. Niels spielte zu vorsichtig und traute sich nicht so wirklich, Gegenspiel zu leisten. Schließlich bereitete er aber doch ein Opfer vor, allerding übersah er dabei eine Springergabel und gab daraufhin sofort auf. Meines Erachtens etwas zu früh. Er verlor dadurch "nur" die Qualität und war weiterhin im Angriff. Das war höchst wahrscheinlich noch nicht ausgespielt. Schade.
 
Konstantin hatte sich viel vorgenommen. Er spielte sehr stark und konnte gegen seine stärkeren Gegner bereits in der Eröffnung eine Figur gewinnen. Doch sein Gegner spielte munter weiter. Mit einer intakten Bauernstruktur machte er Konstantin das Leben schwer. Konstantin zog etwas planlos mit dem Läufer, welchen er mehr hatte, hin und her. Sein Gegner und er begannen sich plötzlich mitten in der Partie zu unterhalten. Das veranlasste Hr. Weis zu der Annahme, die Partie sei vorüber, er kam an Brett und gab Tipps. Unglücklicherweise, war sie noch nicht vorbei und der Gegner reklamierte die Partie. Man einigte sich schließlich auf Remis. 
 
Es stand nun 0,5:3,5 
 
Laufende Partien waren jetzt noch an Brett 1,2,4 und 8 zu sehen.
 
Nach guten 3 1/2 Stunden war Tilo fertig. Er hatte im Mittelspiel 2 Figuren gegen den Turm getauscht und stand durchgehen gut und aggressiv.
Er tauschte viel Material und ging in ein gewonnenes Bauernendspiel, mit einem verbunden Freibauern. Unser erster voller Punkt!

Nach rund 4 Stunden näherte sich meine Partie dem Ende. Ich hatte ein Damengambit vorbereitet und ich kam in mein geliebtes Tarrasch-System! Ich schaffte es meinem Gegner einen schlechten Isulani auf der d Linie zu verschaffen. Ich hatte dann lange mehr von der Partie. Doch meinem Gegner gelang es, die Stellung in ein ausgeglichenes Endspiel abzuwickeln. Da war ich, mit meinem schwarzfeldrigen Läufer gegen seinen schlechten, eingesperrten Springer etwas besser bestückt. Doch nachdem ein paar Bauer getauscht waren gab es für beide Seiten Möglichkeiten. Ich konnte mit meinem Läufer den Springer von dem Damenflügel abdrängen und hätte die Chance auf eine Bauerngewinn. Doch mein Gegner hätte initiative auf dem nun völlig schutzlosen Königsflügel bekommen. Das war uns beiden zu heikel. Wir einigten uns auf ein versöhnliches Remis.
 
Doch die mit Abstand spannendste Partie, war die von Alva. Sie hatte Entwicklungsprobleme und stand sehr passiv. Folglich hatte ihr Gegner viel Zeit für einen koordinierten Angriff. Nach fast 5 Stunden hatte der Gegner den Turm, die Dame und zwei Freibauern im Angriff. Sie tauschte die Türme. Es sah hoffnungslos aus. Alvas letzte Chance, bestand in ihrem Freibauern auf der h Linie. Der Gegner wollte diesen mit der Dame abholen und gab dafür einen seiner Bauern. Alva bot den Damentausch an. Das darf der Gegner natürlich nicht annehmen, sonst läuft der h Bauer durch. Zu unserem Glück, tauschte der Gegner trotzdem. Stattdessen hätte es auch einen Gewinnzug gegeben. Nun war es ein Kinderspiel für Alva. Sie gewann im 60. Zug!
 
Die Stellung von Herrn. Weiss war totremis. Doch sein Gegner hatte noch 1:19 Std auf der Uhr. Er ließ die Zeit laufen und sah EINE GESCHLAGEN STUNDE an Brett 8 zu. Mit 7 Minuten auf der Uhr kam er zurück ans Brett. Herr Weiss lies zwar auch etwas Zeit verstreichen, doch das änderte auch nichts am Remis.
 
Endresultat: 3,5:4,5
 
Unser bestes Punktspiel bisher. Sowohl von Ergebnis, als auch von der spielerischen Leistung her. Wir können zufrieden sein!