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Tag 1 - Anreise

Der erste Tag war für uns 9, Max Dörp, Rouven Trede, Konstantin Schultz, Alexander Rieß, die beiden Kolloli’s, Finn Niklas Tiedemann, Dr. Bernhard Weber und mich, Lukas Nagy, als Anreisetag verplant. Am 26.12, den 2. Weihnachtsfeiertag,  trafen wir uns um 12.45 Uhr am Lübecker HBF. Die meisten waren übermüdet, ich eingeschlossen, aufgrund der Weihnachtsfeiertage. Wir waren froh, heute noch nicht spielen zu müssen. Unser Trupp hatte das Ziel Magdeburg, Martin, Kevin, Finn Niklas und Alexander fuhren nach Magdeburg, um an der DVM (deutsche Vereinsmeisterschaft) teilzunehmen, für die sie sich vor einiger Zeit qualifiziert hatten. Der Rest von uns wollte am  Magdeburger  U25 Open teilnehmen. Dr. Weber war Betreuer und Trainer. Wir waren gut durchgemischt, von 900-2200 DWZ war alles dabei.

Zuerst fuhren wir von Lübeck aus nach Lüneburg,  gute 1 ¼ Stunden dauerte die Fahrt. Von Lüneburg aus, ging es mit einem kurzem Zwischenstopp weiter nach Magdeburg. Insgesamt noch einmal ca. 2 Stunden Fahrzeit. Wir kamen gut durch und waren gut gelaunt. Dank Kartenspielen von Max und Taktik Aufgaben/Partien von Dr. Weber, wurde uns nicht langweilig. Da dies das erste Magdeburger Open war, fuhren 4 von uns ins Ungewisse. Eine minimale Aufregung war vorhanden. Als wir um ca. 16.45 Uhr in Magdeburg ankamen war es dunkel.

Partien gab es heute keine mehr. Auch die Ansprache sollte morgen stattfinden. Wir mussten uns nur noch in den Räumlichkeiten des Maritim Hotels registrieren. Dort fanden auch beide Turniere statt. Anschließend bezogen wir unsere Zimmer. Wir hatten große, geräumige Doppelzimmer. Zwei Zimmer lagen jeweils nebeneinander, dieser Zusammenschluss wurde wiederum von einer weiteren Tür zum Flur getrennt. Im Grunde also Vierer-Zimmer. Wir verbrachten den Abend mit Zimmer einräumen, trainieren und Vorbereitungen. Später lud Dr. Weber uns in die örtliche Pizzeria ein. Um 23.30 Uhr war überall Licht aus und wir mussten am nächsten Tag um 8:00 Uhr aufstehen.

Tag 2 - Runden 1 und 2

Um halb acht klingelte bei uns der Wecker. Eine halbe Stunde früher, als ich für nötig hielt, aber naja… Wir machten uns fertig und gingen scheinbar als letztes zum Frühstück. Und ja: als wir die Mensa betraten, wurden wir von einem strahlenden Konstantin begrüßt. Auch die Übrigen waren bestens gelaunt. Nach einem kurzen Frühstück, die kurze Nacht und die Angespanntheit hatte nicht nur mir auf den Appetit geschlagen, auch bei anderen fiel das Frühstück eher sparsam aus, gingen alle ins Hotel, wo in großen Räumen die Turniere stattfinden sollten.  Das Open war mit  17 Teilnehmer (jedoch kam in der 2 Runde noch ein weiterer hinzu) überraschend schwach besetzt. Dies konnte man allerdings nicht von der Spielstärke der Teilnehmer sagen. Zwar war von 850-1700 alles dabei, jedoch war ein Großteil zwischen 1200 und 1700. Dazu zählten von uns auch alle, außer Konstantin, wir waren also zuversichtlich. Konstantin musste an Brett 8 ran. Sein Gegner war mit knapp 1000 DWZ zwar nicht der erfahrenste, spielte dann aber doch sehr stark. Max spielte an Brett 6 mit Weiß, sein Gegner hatte 1066 DWZ, spielte aber deutlich besser. Rouven spielte als zweitstärkster Spieler des Turnieres an Brett 2, gegen einen ca. 1250 DWZ starken Gegner. Mein Gegner an Brett 3 hatte knapp 1600.

Max hatte schnell eine gewonnene Stellung, tat sich dann im Endspiel aber sehr schwer. Aber: Was lange währt, wird endlich gut. Max gewann nach viel Hin- und Hergeziehe mit einer Kombi souverän.  Rouvens Gegner unterlief ein Figureneinsteller  in der Russischen Verteidigung und er quälte sich durchs Mittelspiel, Rouven hatte keine Mühe den vollen Punkt einzufahren.

Ich hatte etwas Pech, ich stellte mich im Colle-System meines Gegners etwas unglücklich. Ich lief nach 30 Zügen in einen vernichtenden Königsangriff und gab auf. Konstantin hatte ebenfalls kein Glück, in einem verlorenen Endspiel gab er sich nach langem Kampf geschlagen.

Nach einem etwas üppigeren Mittagessen, mit allem möglichen Fleisch und Kartoffelbeilagen, bereiteten wir uns gegen „unbekannt" vor. Die Paarungen wurden erst eine ¼ Stunde vor Partiebeginn ausgehängt. Wir wussten nur unsere Farbe. Nach 1 ½ Stunden war es dann so weit. Die Zweite Runde startete um 15:00 Uhr. Aufregung bei den Lübeckern. Max und Rouven mussten gegeneinander spielen.

Konstantin bekam einen 1200 DWZ starken Gegner und ich eine weibliche Konkurrentin mit 1100. Ich stieß auf ein  Albin-Gegengambit, das sie nicht beherrschte und ich hatte im 15. Zug 3(!) Bauern mehr und eine gewonnene Stellung. Ich setzte im 25. Zug Matt. Konstantin dachte einen Mattangriff gesehen zu haben, der nur tragischerweise keiner war. Er ließ dafür eine Figur stehen. Schade! Doch Konstantin wäre nicht Konstantin, wenn er nicht auch diese Stellung gedreht bekäme. Für die Figur erhielt er zwei verbundene Freibauern und es gelang ihm mit viel Druck die Figur zurück zu gewinnen. Nun geschah etwas  verwunderliches und ehrenvolles zugleich. Konstantin bot Remis, welches freudig angenommen wurde. Tja. Ich muss ehrlich sein, dass hätte ich nicht fertig gebracht. Im Endeffekt ist es aber immer noch Konstantins Entscheidung. So weit, so gut!

Fehlt noch unsere Spitzenpaarung, Max gegen Rouven. SEHR spannende Partie. Es kam Spanisch mit a6 aufs Brett. Im späten Mittelspiel, opferte Rouven eine Figur, allerdings stand laut „Shredder" Max mehr als 2.5 Punkte besser. Aber bei Max  war nach 3 ½ Stunden seine Konzentration am Ende und er übersah gute Züge und ging zu allem Überfluss aus Versehen einzügig Matt. Ärgerlich für Max, erfreulich für Rouven.

Tagesresultat : Rouven 2 / 2, Max 1 / 2, Lukas, 1 / 2, Konstantin  ½ / 2 - Zufriedenstellend!

Dann noch eine unerfreuliche Nachricht: Ich muss in der dritten Runde gegen den an 1 Gesetzten spielen. Über 1700 DWZ und über 1800 ELO. Konstantin ist zuversichtlich, ebenso wie Max. Rouven ist genau wie ich gut vorbereitet. Wir beide verbrachten am Ende noch 2 ½ Stunden mit Vorbereitung. Ich Plane Skandinavisch und Rouven Berliner Verteidigung. Leider sind nach schreiben dieser Texte nur noch 7 Stunden Schlaf drin, es ist inzwischen 1 Uhr. Ich zitiere Magnus Carlsen aus einem Interview: „ Der Ausgeschlafene siegt!" Hoffentlich ist  unser Niveau  haltbar bis steigerungsfähig.